Liebe Schwestern und Brüder,
liebe Gemeinde,

st antonius pfarrer

Reichtum, Einfluss und Macht sind Objekte der Begierde, die uns beherrschen, wenn wir es zulassen und uns immer wieder deutlich machen, wie schwach wir Menschen sind. Zu Beginn der Fastenzeit mit dem Empfang des Aschenkreuzes sind wir eingeladen, der Frage nachzugehen, was und warum (spirituell, moralisch und menschlich) uns nicht gelingt.

Die Bibel erklärt uns am Beispiel der Versuchung Christi (Mt 4,1-11), dass unsere Schwächen (von dem Versucher) gegen uns verwendet werden. Das kann deswegen gelingen, weil wir die Sünde (Schwäche oder Nachlässigkeit) nicht als solche ansehen, sondern als etwas für uns Angenehmes und Gutes. Der Versucher argumentiert im Gespräch mit Jesus sogar mit der Bibel.

Jesus kann der Versuchung nur deshalb widerstehen, weil er hinter den Schein guckt und feststellt wie oberflächlich das Angebot ist. Reichtum, Einfluss und Macht (das Angebot des Versuchers) kann nur bedingt und nur für eine kurze Zeit die Bedürfnisse des Menschen sättigen. Schon nach einer kurzen Zeit stellt man fest, dass es nicht genug ist, dass man immer mehr braucht, um gesättigt zu werden. Das Verlangen nach immer mehr, immer größer, immer stärker ist die Ursache dafür, dass wir das Wesentliche aus den Augen verlieren und uns von Nebensächlichkeiten abhängig machen.

Die Umkehr, auf die es in der Fastenzeit hauptsächlich ankommt, bedeutet das zu erkennen, was mich abhängig und unfrei macht. Wenn man es erkannt hat und es mit der Umkehr ernst meint, dann braucht man Zeit (der Mensch ist ein Gewohnheitstier) alte Gewohnheiten zu ändern oder zu verwandeln. Deswegen haben wir diese 40 Tage. Sie sind wichtig und sie sind notwendig. Diese Zeitspanne berücksichtigt auch eine Möglichkeit des Scheiterns und bietet genug Raum neu zu versuchen, wenn es beim ersten Mal nicht gelingt.

Liebe Schwestern und Brüder das Fasten ist keine christliche Erfindung (Fasten gibt es auch in anderen Religionen), keine Diät und keine Gelegenheit zum Abnehmen. Das Fasten ist eine spirituelle Übung, die uns innerlich auf das größte Fest vorbereiten soll, auf das Fest der Auferstehung. Ich wünsche Ihnen eine fruchtbare Fastenzeit und ein segenreiches Ostern.

Ihr Pfarrer
P. Sławomir Rakus SVD

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