12. Januar 2019 /

Das war unser Jahr in St. Antonius

Höhepunkte aus den vergangenen 365 Tagen

Jahresrückblick 2018 für die Pfarrei Heilig Geist Dresden-Löbtau,
Gemeinde St. Antonius

Das Vorstellen eines Jahresschlussberichts durch den Pfarrgemeinderat direkt zum Jahreswechsel hat in St. Antonius eine lange Tradition. Weil der Jahreswechsel immer eine gute Gelegenheit ist, vielen Gemeindemitgliedern zu danken für ihr Engagement in und für die Gemeinde, gibt es diesmal eine kleine Abwandlung. Der Jahresrückblick wird in dem Gottes-dienst vorgestellt, mit dem der Danktag für Ehrenamtliche beginnt, also am Sonntag, dem 13. Januar 2019.

1. Was geschah 2018 in unserer Verantwortungsgemeinschaft Dresden Süd/West?

Schon vor Beginn des Jahres 2018 war durch die Bistumsleitung entschieden worden, die vier jetzigen Territorialpfarreien unserer Verantwortungsgemeinschaft bis Herbst 2020 durch eine Neugründung zu einer Großpfarrei zu verschmelzen. Weitere Gedanken über pastoral und ökonomisch-technisch sinnvollere Zuschnitte von Pfarreien waren nicht mehr hilfreich. Die Konzentration musste darauf liegen, die Partnerschaft mit den drei Nachbarpfarreien, der Studentengemeinde und den anderen kirchlichen Orten so weiterzuentwickeln, dass alle sich gleichermaßen ernst und angenommen fühlen und den Weg zum Zusammenschluss konstruktiv miteinander gehen. Dabei gab es Höhen und Tiefen.

Für die Neugründung hatte der Bischof die beteiligten Pfarreien aufgefordert, sich zusammen mit den kirchlichen Orten grundsätzlich zu der Frage zu verständigen, wozu wir hier und heute als Kirche da sind, also ein pastorales Leitbild für die zukünftige Pfarrei zu entwerfen, den Biblisch begründeten Auftrag.

Im Verlauf des zurückliegenden Jahres wurde dieser Biblisch begründete Auftrag in Rückkopplung mit den Gemeinden schrittweise erarbeitet. Dazu dienten die Großgruppentreffen der Verantwortungsgemeinschaft, Beratungen der Steuerungsgruppe und der Pfarrgemeinderäte. Ein engagiertes Redaktionsteam übernahm die Fertigstellung. Im Herbst 2018 wurde der Biblisch begründete Auftrag von allen Pfarrgemeinderäten bestätigt. Dieser Teil der Vorarbeiten zur Neugründung war ein wirklich Mut machender.

Leichter ausgesehen hatte ursprünglich der zweite Teil, nämlich Vorschläge für die neue Pfarrkirche / den Pfarrort und für ein Patrozinium einzureichen. Jede der vier alten Gemeinden behält ja ganz selbstverständlich ihr eigenes Patrozinium, und der Bischof hat fest zugesichert, nur wirklich Notwendiges zu zentralisieren und so viel wie möglich lebendig in den alten Ortsgemeinden zu halten. Aber nach rund einem Jahr war es immer noch zu keiner Einigung gekommen. Bereits beschlossene Wege, ein einigendes Patrozinium zu finden, wurden wieder fallengelassen, Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten zwischen Pfarrgemeinderäten und Steuerungsgruppe diskutiert, Schritte des Aufeinander-zugehen-Wollens zwischen den Gemeinden nicht als solche erkannt. Fast schien es, dass in der Frage des Patroziniums eine Stellvertreter-Debatte geführt wurde. Dahinter liegt sicher etwas Emotionales: Furcht vor Änderungen, vor Verlust von Selbstständigkeit, sogar Sorge, manches zu verlieren oder gar der Verlierer zu sein. So gab es im Sommer 2018 zwar zumindest einen Mehrheitsbeschluss der Pfarrgemeinderäte für Pfarrkirche und Pfarrort St. Paulus Dresden-Plauen, aber immer noch keine Lösung für die Patroziniumsfrage. Es ist sehr ermutigend, dass in dieser Patt-Situation im Herbst ein Ruck durch die Reihen ging. Gemeinsam wurde das Verhältnis von Pfarrgemeinderäten und Steuerungsgruppe neu justiert und es wurden Regeln für einen mehrstufigen, verbindlichen Prozess aufgestellt, wie jetzt ein Patrozinium gefunden wird. Das Patrozinium soll uns verbinden, geistliche Orientierung geben, in ihm sollen die Gemeinden sich mitgenommen fühlen können. Im Moment sind wir auf der Zielgeraden des Auswahlprozesses. Aus den drei übriggebliebenen Vorschlägen Selige Märtyrer vom Münchner Platz, Hl. Edith Stein und Hl. Arnold Janssen, wird Ende Januar auf einem Treffen der Pfarrgemeinde-räte derjenige Vorschlag ausgewählt, der dem Bischof vorgelegt wird.

Das Jahr 2018 war ein Jahr des Neuordnens in der Verantwortungsgemeinschaft unter der priesterlichen Führung unserer Steyler Missionare. Mit Jahresbeginn übernahm Pfarrer Rakus die Funktion des Leitenden Pfarrers der Verantwortungsgemeinschaft von Pfarrer Baumgarten. Im Sommer wurde Pfarrer Baumgarten nach 16 Jahren als Pfarrer von St. Petrus Dresden-Strehlen verabschiedet und Pfarrer Rakus zusätzlich zum Pfarradministrator von Strehlen und Plauen berufen. Nach Plauen hat nun auch die große und vitale Strehlener Gemeinde keinen eigenen Pfarrer mehr, ein sehr schmerzvoller Einschnitt.

In administrativer, pastoraler und finanzieller Sicht kann man das Jahr 2018 fast als Warmlaufen für die zu gründende Pfarrei betrachten. Den Hauptamtlichen, aber auch allen Räten der jetzigen Pfarreien und den Gemeinden selbst wurde einiges abverlangt im Bemühen, in unserer pastoralen Situation die besten Wege zu finden - und das auch ausreichend zu kommunizieren. Das gelang zunehmend besser.
Ein gutes Beispiel dafür waren die notwendigen Veränderungen in der Planung der Gottesdienstzeiten ab der Sommerferienzeit. Von den Hauptamtlichen wurde mit sehr viel Umsicht ein Gottesdienstplan der VG vorbereitet. Dessen Akzeptanz litt zunächst darunter, dass mancher sehr durch die lokale Brille schaute, auch Unklarheiten in der Verbindlichkeit von Papieren gab es. Ein Lob an dieser Stelle an unsere eigene Gemeinde: Die Verschiebung des Hauptgottesdienstes am Sonntag um eine halbe Stunde wurde sehr schnell als das akzeptiert, was sie ist: ein vergleichsweise leicht mitzutragender und ausgewogener Kompromiss im Interesse aller Gemeinden und unserer Zelebranten – bei steigender Belastung für die Zelebranten. An dieser Stelle ein herzliches Vergelt´s Gott an unseren Steyler Pater Petry, der als betagter Ruheständler manchen Gottesdienst „gerettet“ hat.

Ein weiteres Beispiel kann die Verquickung personeller, pastoraler und finanzieller Fragen bei der Besetzung der Sekretariate sein. Pfarrgemeinderäte und Kirchenräte unserer VG hatten sehr klar zum Ausdruck gebracht, dass die prinzipielle Beibehaltung aller vier Sekretariate vor Ort entscheidend ist für Gemeindearbeit auch nach dem Zusammenschluss. Als im Frühsommer die Befristung von Frau Börner für ihre Löbtauer Sekretariatsstelle auslief und ganz intensiv um eine Weiterbeschäftigung gerungen wurde, konnte das Ordinariat letztlich erst dann zur Zustimmung bewogen werden, als sich ausnahmslos alle Kirchenräte mit uns Löbtauern solidarisch zeigten, obwohl sie wussten, dass befristete Sekretariatsstellen in ihren eigenen Pfarreien in Kürze auslaufen. Dafür sind wir sehr dankbar. Völlig unerwartet und in der Begründung für uns nicht nachvollziehbar scheiterte dann die Weiterbeschäftigung der Pfarrsekretärin in Plauen, dort wird das Sekretariat jetzt im ehrenamtlichen Notbetrieb offen gehalten. Das ist zweifellos ein nicht nur emotionaler Rückschlag für uns alle.

Bei einigen Punkten, die sinnvoll in der VG und der späterer Großpfarrei gebündelt werden können, sind wir wieder ein Stück vorangekommen. Die vier Pfarrei-Homepages sind unter ein gemeinsames Dach gezogen, der Informationsaustausch funktioniert besser, besondere Gottesdienst- oder Andachtsformen werden in einzelnen Gemeinden für alle anderen angeboten, ansprechende gemeinsame Flyer z.B. für Advent/Weihnachten und Fastenzeit/Ostern sind eine Selbstverständlichkeit geworden, Chöre treten gemeinsam auf. Die Pfarrgemeinderäte haben zu einer regelmäßigen und konstruktiven Zusammenarbeit gefunden.

Am letzten Oktobersonntag traf sich die gesamte VG in der Gemeinde St. Petrus in Strehlen zum Missionssonntag. Dieser Tag war ein Höhepunkt, sehr gut vorbereitet und unerwartet gut besucht. Viele Mitgliedern der einzelnen Pfarreien wirkten bei der Gottesdienstgestaltung und in unterschiedlichen Angeboten und Workshops mit. Die Strehlener Gemeinde war ein sehr guter Gastgeber. Die Infrastruktur des Strehlener Pfarrgeländes bietet sich für gemeinsame Tage dieser Art auch in Zukunft an.

2. Höhepunkte im Leben unserer Gemeinde St. Antonius im Jahresverlauf 2018

Bei der Auswahl der Höhepunkte wird diesmal den Schwerpunkt bewusst auf solche mit Au-ßenwirkung gelegt. Es ist uns wichtig, dass wir wahrgenommen werden können, als Christen anziehend sind und ausstrahlen.

Offene Kirche: In der Fastenzeit wurde unsere Kirche erstmals an je einem Nachmittag zu Besuch, Besinnung und Orgelmusik geöffnet. Sehr erfreulich war die hohe Bereitschaft zur organisatorischen und musikalischen Absicherung. Es entstand ein schöner Flyer über unsere Kirche. Im kommenden Jahr wollen wir das Angebot wiederholen, vielleicht noch etwas aus-bauen. Im Advent gestaltete Herr Heine mit unseren Chören wieder ein offenes Adventssingen.

Erstkommunion: Frau Agnes Holfeld und Frau Anita Mohr begleiteten zusammen mit Pfarrer Rakus die Kinder fast ein Jahr lang auf dem Weg zur Erstkommunionfeier am 29. April. Ihr gutes Miteinander, die Kontinuität in der Vorbereitung und die Qualität der Gruppen- und Elterntreffen wurden auch von vielen Eltern der Erstkommunionkinder gelobt. Ein besonderer Dank an Frau Mohr, die das erste Mal mitwirkte und sofort alle thematischen Nachmittage mit den Kindern leitete. Wir sind sehr froh darüber, dass das Team auch die Kommunionvor-bereitung des aktuellen Jahrgangs leitet.

Besuch aus Saratow: Im April waren zwei Priester und drei Ordensschwestern aus unserer Partnergemeinde Saratow bei uns zu Gast. Es gab viele Begegnungen, gemeinsame Gottes-dienste, einen Besuch bei der Erstkommuniongruppe und im Kindergartens, gemeinsame Ausflüge (u. a. in die Klöster Rosenthal und Panschwitz-Kuckau) und vieles mehr. Besonders bereichernd war, dass die Gäste alle privat bei Familien oder im Pfarrhaus untergebracht wa-ren und jeden Abend eine andere Familie alle Gäste zum Abendessen einlud. Der Kontakt auch auf persönlicher Ebene ist sehr eng geworden und geht über die Mitglieder des Saratow-Kreises hinaus. Ein herzliches Dankeschön an alle, die diese Woche organisiert und begleitet haben. Schon für 2019 ist ein Gegenbesuch geplant.

Silbernes Priesterjubiläum unseres Pfarrers: Am 25. April beging Pfarrer Rakus sein 25-jähriges Priesterjubiläum gemeinsam mit unserem Besuch aus Saratow und vielen weiteren Gästen mit einem feierlichen Gottesdienst und einem anschließenden stimmungsvollen Begegnungsabend im Gemeindesaal. Für unseren Pfarrer war es ganz wichtig, dass an seinem Ehrentag das missionarische Anliegen der Steyler besonders betont wird: Die Kollekte im Festgottesdienst wurde für das China-Zentrum der Steyler Missionare gesammelt. Ein Mit-bruder, der in Kenia eine neue Gemeinde aufbaut, erhielt dafür von uns einen aufgearbeiteten Kelch.

Patronatsfestwochenende im Juni: Mit einem Spieleabend am Freitag (organisiert von un-seren Jugendlichen), mit einem Vortragsabend am Samstag (Thema: „Katholisch – dort wo die Bibel im Schrank steht“) und mit dem Sonntag als eigentlichen Festtag haben wir einen Rahmen gefunden, der für viele Gemeindemitglieder ansprechend ist. Der Sonntag begann mit einem würdigen Open-Air-Festgottesdienst, musikalisch gestaltet durch einen Projektchor unter Leitung von Herrn Heine. Nach Mitbring-Buffet, Eis und Grill gab es mehrere themati-sche Angebote zu Akzenten der aktuellen Gemeindearbeit, von den Pfadfindern und auch weitere Angebote für Kinder. Zum Abschluss wurde im Gemeindesaal von mehreren Kinderchören der VG das Musikstück „Der kleine Prinz“ aufgeführt und mit großem Beifall bedacht.

Religiöse Kinderwoche: Bedingt durch Baumaßnahmen auf dem Gelände der evangelischen Pfarrei Frieden und Hoffnung fand die RKW in diesem Jahr ausnahmsweise in St. Paulus Dresden-Plauen statt. Ein herzlicher Dank für die Gastfreundschaft und ein gutes Zeichen für das Zusammengehen in der VG. Die Gesamtteilnehmerzahl – fast 100 einschließlich der vielen Helfer - ist bemerkenswert, etwa ein Drittel der Kinder kamen von Frieden und Hoffnung. Die finanziellen Ausgaben überstiegen die Einnahmen diesmal deutlich, aber beim Jahres-höhepunkt in unserer Kinderpastoral müssen und wollen wir uns das leisten können. Die Teilnahme am zentralen RKW-Wallfahrtstag wurde diesmal insgesamt besser bewertet, Reserven sind vor allem im altersgerechten Zuschnitt zu sehen.

Ökumenisches Kinderstraßenfest im August auf dem Schillingplatz: Unsere Gemeinde beteiligte sich zum zweiten Mal aktiv an diesem Stadtteilfest. Es hat sich als ökumenisches Gemeinschaftswerk aller christlichen Kirchen Löbtaus etabliert und findet im Stadtteil großen Zuspruch. Zum ersten Mal wurde das Kirchengelände von St.Antonius Teil des Straßenfestes, unsere Kirche war als Ruhepunkt geöffnet. Für uns ist es auch eine gute Möglichkeit, besser wahrgenommen werden zu können. Wir wollen im kommenden Jahr das Engagement nach Möglichkeit noch verstärken.

Festtafel Altlöbtau als Beitrag zur 950-Jahrfeier Löbtaus: Die Festtafel am letzten Au-gustsonntag war eine der gelungensten Aktionen im Löbtauer Jubiläumsjahr Für uns als katholische Gemeinde war es Neuland, nicht nur mit den christlichen Kirchen des Stadtteils, sondern auch mit Bürgerinitiativen ein Fest ohne Kommerz zu organisieren, bei dem die Be-gegnung im Vordergrund steht. Es macht Mut und zeigt, welches Potenzial wir als Christen gemeinsam im Stadtteil haben können. Unsere Jugendgruppe wurde mit ihrem Auftreten sehr stark wahrgenommen.

Martinstag und Jugendaktion „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“: Im November gab es gleich zwei Veranstaltungen an einem Wochenende, das wieder sehr gut gestaltete Martinsfest und eine Jugendaktion auf dem Schillingplatz. Diese von der Caritas initiierte und von lokalen Gruppen mitgetragene Aktion ging auf unterschiedliche Weise der Frage nach würdigen Wohn- und Lebensbedingungen nach.

Weihnachtsbesinnung am Heiligen Abend: Vor zehn Jahren hatte eine kleine Gruppe um Herrn Benno Kretschmer-Stöhr und den viel zu früh verstorbenen Herrn Tomas Freitag die Idee, am Heiligen Abend zu einer besinnlichen Stunde in die Kirche einzuladen und dabei auch Dresdner ohne christlichen Hintergrund zu erreichen. Am Anfang gab es dafür die zwie-spältige Bezeichnung „Weihnachtbesinnung für Nichtchristen“, auch manchmal Besorgnis, nicht mehr rechtzeitig einen Sitzplatz für die musikalische Einstimmung auf die Christmette zu bekommen. Das ist Geschichte. Es gelangen Besinnungsabende, die für die Vorbereitungs-gruppe prägend waren und die auch die – oft leider nicht sehr vielen – Teilnehmer wirklich erreichten. Schweren Herzens hat sich die Gruppe jetzt entschieden, dieses Angebot nicht fortzuführen. Vielleicht gelingt es, mit anderem Zuschnitt ein neues, offenes Angebot in der Weihnachtszeit zu entwickeln.

 

3. Das Gemeindejahr 2018 in Zahlen – ein statistischer Überblick

Mitglieder: Zur Pfarrei Heilig Geist gehören zurzeit insgesamt 2442 Personen (2017: 2418 Personen). Das personelle Anwachsen setzte sich fort, wenn auch nicht so stark, wie in den Vorjahren. Das Durchschnittsalter liegt unter 36 Jahren, bei männlichen Gemeindemitgliedern sogar unter 35 Jahren. Rund ein Drittel ist zwischen 20 und 30 Jahre alt.

Taufen: Das Sakrament der Taufe wurde in unserer Gemeinde an 17 Kinder gespendet (2017: 16 Kinder). Hinzu kommen 6 Täuflinge unserer Pfarrei, die in anderen Pfarreien getauft wurden.

Erstkommunion: 12 Kinder empfingen ihre Erste Heilige Kommunion (2017 ebenfalls 12 Kinder).

Das Sakrament der Firmung wurde an eine Person gespendet. Der nächste Firmkurs für Jugendliche, gemeinsam mit St. Marien Dresden-Cotta, hat bereits begonnen.

Eheschließungen: Das Sakrament der Ehe spendeten sich in unserer Kirche 4 Paare (2017: 5 Paare). Zwölf Paare mit mindestens einem Mitglied unserer Gemeinde wur-den in anderen Kirchen getraut.

Bestattungen: Aus unserer Pfarrei wurden 2 Verstorbene katholisch bestattet (2017: 5 Personen). Insgesamt wurden 16 Verstorbene erfasst (2017: ebenfalls 16).

Kirchenaustritte/Kircheneintritte: 44 Personen traten aus der katholischen Kirche aus (2017: 42). Eine Person konvertierte zur katholischen Kirche.

Was liegt uns noch am Herzen?

Verantwortung der Räte
Kirchenrat und Pfarrgemeinderat hatten in diesem Jahr neben ihren normalen Aufgaben sehr viel damit zu tun, Schritte, die für die Pfarreineugründung unumgänglich sind, möglichst sinnvoll anzugehen.
Für den Kirchenrat bedeutete das vor allem, sich mit den bevorstehenden Kürzungen der Mittelzuweisungen auseinanderzusetzen, gegenüber der Kirchenleitung auf einhergehende Gefahren hinzuweisen und mit den Kirchenräten der drei anderen Pfarreien Wege für eine Vergleichbarkeit der Haushalte zu fixieren.

Im Pfarrgemeinderat standen zahlreiche personelle Veränderungen an. Die ursprünglich für diesen Herbst geplanten Neuwahlen waren bistumsweit um zwei Jahre verschoben worden – also auf den Zeitpunkt, an dem der Prozess der Pfarreineugründungen abgeschlossen sein soll. Insgesamt vier Mitglieder, Herr Kolb, Frau Irrgang, Frau Stöhr und Herr Haunerland, ent-schieden sich im Sommer, ihre Mitarbeit nicht bis 2020 zu verlängern. Alle vier haben an ihrem Platz im Pfarrgemeinderat in einem Maß gewirkt, dass weit über Selbstverständliches hinausgeht. Sie wurden feierlich verabschiedet, werden aber natürlich auch weiter für viele Belange der Gemeinde einbringen. Drei Gemeindemitglieder, Herr Grohmann, Herr Mastaler und Herr Wilke, sind inzwischen in den Pfarrgemeinderat kooptiert worden. Die neuen Mitglieder bringen spürbar frischen Wind mit und sind bereits gut eingebunden.

Gemeindeleben und Ehrenamt
Unsere Gemeinde ist ein lebendiger Organismus mit vielen Gliedern, mit Auf und Ab.
Manches ist weiter am Aufblühen, wie insgesamt die Arbeit mit größeren Kindern und Jugendlichen und die Bereitschaft, bei speziellen Aktionen mitzuwirken.
Manches verliert an Zuspruch und scheint an Bedeutung zu verlieren: Andachtsformen, die für die Älteren prägend waren und selbstverständlich immer noch zum religiösen Grundverständnis gehören, oder z.B. die Teilnahme an großen Putzaktionen auf dem Kirchengrundstück.
Sehr vieles ist in guter Kontinuität: die vielen Gruppen, die sich im engeren und weiteren Sin-ne um Gottesdienstgestaltung, Hinführung zum Sakramentenempfang und Betreuung Älterer kümmern. Darauf können wir stolz sein. Die gesamte Gemeinde darf sehr, sehr dankbar sein, wie viele Personen Kraft, Zeit und Herz dafür einsetzen, dass der Organismus Gemeinde lebt – aus seiner inneren Mitte heraus, aus Christus. Dazu gehört auch, dass sich alle wohl und angenommen fühlen können in unserer Gemeinde. Dazu gehört auch, uns gegenseitig wertzuschätzen und nicht zu überfordern.
Alles aufzuzählen, was für unsere christliche Gemeinschaft und in ihr geschieht, ist schlicht umöglich. Vieles ist wichtig, das Beten füreinander, das tatkräftiges Anpacken und das kontinuierliches Dranbleiben an einer Aufgabe.

Stellvertretend für alle sollen in diesem Jahr zwei Namen genannt werden:
Die Fokolar-Gruppe und Herr Klaus Weigang. Beide stellen sich nicht ins Rampenlicht.
Herr Weigang ist unter den Jüngeren wenig bekannt. Er gehörte zu den Diakonatshelfern der ersten Stunde nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Über Jahrzehnte hinweg ist er Kommunionhelfer und Spender der Krankenkommunion. Große Dienste an Sonn- und Feiertagen möchte er nicht mehr ausführen, aber er ist immer da, wenn es um eine Andacht oder einen Werktagsgottesdienst geht. Gäbe es ihn nicht, hätten auch im letzten Jahr einige von ihnen einfach ausfallen müssen.

Eher zufällig hat sich in den 90er Jahren eine Gemeinschaft der Fokolar-Bewegung auf dem Gebiet unserer Gemeinde in einer Wohnung zusammengefunden. Heute kann man sagen, ein Geschenk für uns. Mitglieder der Gemeinschaft leben nach dem Jesus-Wort „Alle sollen eins sein“, das Engagement für eine lebendige Beziehungskultur und friedliches Miteinander sind grundlegend für sie. Deshalb sind sie nicht nur fest in unserer Gemeinde verankert und an vielen Aktionen beteiligt, sie setzen auch selbstständig wichtige eigene Akzente, z.B. mit Bibelabenden und Besinnungstagen. Praktizierte Ökumene gehört zu ihrem Selbstverständnis. In unserer VG sind sie einer der christlichen Orte, die sich kontinuierlich in den Erkundungsprozess einbringen.

4. Ein Ausblick ins neue Jahr
Das anfangs angesprochene Warmlaufen für die Pfarreineugründung wird sich intensivieren. Als Termin ist der Pfingstmontag 2020 fest gebucht. Darauf arbeiten wir hin.
Viele technische, organisatorische und finanzielle Fragen sind noch zu klären. So wichtig das auf den ersten Blick auch scheinen mag, wichtiger für uns als christliche Gemeinde ist es, das Wesentliche wieder schärfer in den Blick zu bekommen: Wozu können und wollen wir heute Kirche sein? Was treibt uns dabei? Wofür fühlen wir uns aus unserer Glaubensüberzeugung heraus verantwortlich? Wo ist unser Platz?
2018 haben sich die Gemeinden auf einen Biblisch begründeten Auftrag verständigt: Sein Titel ist dreigliedrig: „Beschenkt durch die Gnadengaben Gottes – sind wir Licht für die Welt und – tragen SEINE frohe Botschaft zu den Menschen“. 2019 wollen wir miteinander den ersten Teil vertiefen: Wir sind von Gott getragen, der Glaube ist immer Geschenk und Gnade. Nehmen wir dieses Vertrauen mit ins neue Jahr.

für den Pfarrgemeinderat
gez. Josef Staubach

 

Foto: geralt / cc0-gemeinfrei / Quelle: pixabay.com/pfarrbriefservice.de