06. April 2020 /

Abraham

Gedanken entfalten

Seit einem guten Jahr hängt im Pfarrbüro ein Kunstdruck von Sieger Köder. Titel des Bildes: Abraham. Wenn ich zweimal in der Woche morgens dorthin komme, fällt mein Blick unweigerlich darauf.
Mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht Abraham, als sei er verwurzelt, der Erde verbunden. Brauntöne im Bild lassen Arbeit, Schwere, aber auch Fruchtbarkeit ahnen. Daraus wächst er empor im hoffnungsgrünen Gewand, hoch aufragend ins weite Blau des sternenübersäten Himmels, aufrecht, das Haupt erhoben, den Blick nach oben gerichtet.

Der Gebetsschal lässt vermuten, dass er im Gespräch ist mit seinem Gott. Das richtet ihn auf, lässt ihn hoffen, gibt ihm Stabilität. Er hört Gottes Verheißung und er kann glauben. Sein Glaube speist sich aus der lebendigen Beziehung zu Gott.

Aber da ist noch etwas, das mir an Sieger Köders Abraham gefällt: Er hat große, erdfarbene Hände. Er ist ein Mensch der Tat. Inspiriert von Gottes Zusage kann er zupacken. Und diese Hände sind offen auf seine Umgebung hin, bereit zu empfangen, bereit zu geben.

Abraham wie er hier dargestellt ist, ist ein Glaubender, wie er im Buche steht, im Buch der Bücher.