01. Januar 2018 /

Jahresrückblick 2017 für die Pfarrei Heilig Geist Dresden-Löbtau

365 Tage aus der Gemeinde St. Antonius

Mancher wird sagen, das Jahr 2017 sei genauso schnell vorübergegangen, wie die diesmal wirklich nur ganz kurze Adventszeit. Was wird in Erinnerung bleiben? Was war für uns besonders wichtig? Blicken wir gemeinsam zurück.

I.  Verantwortsgemeinschaft
Anfang Januar 2018 besuchte unser Bischof Heinrich Timmerevers einen ganzen Tag lang mit seinem Leitungsteam unsere Verantwortungsgemeinschaft. Hauptanliegen war der Fortgang des Erkundungsprozesses in pastoraler, struktureller und finanzieller Dimension, den sein Vorgänger, Bischof Heiner Koch, eingeleitet hatte. Bischof Heinrich war in allen vier Pfarreien, einigen kirchlichen Orten, traf sich mit den Hauptamtlichen und den Räten, feierte Gottesdienst mit uns und stand auch für Fragen zur Verfügung. Das wurde dankbar angenommen, trotzdem blieb natürlich manches ungefragt und ungesagt. Für den Pfarrgemeinde- und Kirchenrat unserer Gemeinde wurde erst später klar, dass die Bistumsleitung schon länger fest davon ausgegangen war, dass die vier Pfarreien unserer Verantwortungsgemeinschaft in ihrem heutigen Zuschnitt zu einer Großpfarrei zusammengeführt werden sollen und dass auch die Diskussion über das zukünftige Pfarreistrukturmodell im Bistum bereits als abgeschlossen anzusehen ist. Gespräche mit den Räten der anderen drei Pfarreien ergaben, dass sie alle fest von einem Zusammengehen dieser vier Pfarreien ausgehen. Damit waren auch für uns weitere Überlegungen zu Vor- und Nachteilen bestimmter räumlicher Zuschnitte einer Großpfarrei nicht mehr sinnvoll, wir konzentrieren  uns seitdem auf ein konstruktives, positives Miteinander auf dem Weg zum Zusammenschluss.

Abgestimmt mit den anderen Pfarreien der Verantwortungsgemeinschaft und mit der Steuerungsgruppe, gab es im Verlauf des Jahres 2017 in unserer Pfarrei zahlreiche Bemühungen und Aktivitäten, um herauszufinden, was für uns jetzt und in naher Zukunft pastoral wichtig ist, um unser Bild von  Kirche selbst besser zu erfassen und zu verstehen und sowohl Machbares als auch Grenzen des Machbaren zu benennen. Unsere Arbeitsgruppe Erkundungsprozess hat sich sehr ernsthaft bemüht, der Gemeinde dieses Anliegen nahezubringen.

Unser Bischof betonte mehrfach, dass das Gemeindeleben niemals zentralisiert werden kann. Stattdessen soll bei einem Zusammenschluss so viel wie möglich innerhalb der einzelnen Gemeinden verbleiben und nur so viel wie nötig der neuen übergeordneten Pfarrei übertragen werden. Ausgehend von diesem Grundsatz erarbeitete eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Kirchenrats- und Pfarrgemeinderatsmitgliedern unserer Pfarrei ein Papier zur zukünftigen Pfarrei- und Gemeindestruktur sowie zu Verantwortlichkeiten innerhalb  der zu gründenden Großpfarrei. Nach eher verhaltenem Anlauf beteiligten sich erfreulich viele Kreise unserer Pfarrei, vor allem Familienkreise, an einem von der Steuerungsgruppe erstellten Fragenkatalog „Was ist MÖGLICH? – Was ist NÖTIG – 2017“, der überwiegend pastorale Fragestellungen des Erkundungsprozesses beinhaltet. Trotzdem war und bleibt es eine Sorge, wie ein möglichst breiter werdender Teil unserer Gemeinde für das Nach- und Mitdenken über unsere Zukunft als die Kirche gewonnen werden kann, für die „unser Herz brennt“.

II. Pfarrbüro/Gemeindereferentin
In personeller Hinsicht war das Jahr 2017 für unsere Pfarrei weitgehend ein Jahr der erfreulichen Konsolidierung. Mit Frau Börner haben wir wieder eine Pfarrsekretärin, die sich nicht nur sehr gut eingearbeitet hat, sondern die auch ein ganz wichtiger, verfügbarer Ansprechpartner ist. Frau Jadwiga Günther, Gemeindereferentin für St. Paulus und St. Antonius seit August 2016, hat mit der Übernahme der Verantwortung für einige der wichtigsten Ereignisse, z.B. der RKW, viel Stabilität und neue Ideen in die Gemeinde gebracht, manches wäre ohne sie gar nicht möglich gewesen, wie z.B. die „Wiedererweckung“ unserer Vorjugendgruppe. Nicht zuletzt haben wir 2017 den selten gewordenen Zustand genießen dürfen, mit Pfarrer Rakus einen Priester zu haben, der seine Hauptaufgaben kontinuierlich in unserer Gemeinde versehen konnte.

III. Das Gemeindejahr in Zahlen – ein statistischer Überblick

  • Mitglieder: Zur Pfarrei Heilig Geist gehören zurzeit insgesamt 2418 Personen (2016: 2312 Personen). In den vergangenen Jahren ist unsere Pfarrei kontinuierlich um rund 100 Mitglieder pro Jahr gewachsen, vor allem durch Zuzüge nach Dresden. Das Durchschnittsalter liegt zwischen 36 und 37 Jahren.
  • Taufen: Das Sakrament der Taufe wurde in unserer Gemeinde an 16 Kinder gespendet (2016: 19 Kinder). Hinzu kommen eine Erwachsenentaufe und 7 Taufen durch unsere Geistlichen außerhalb unserer Pfarrei.
  • Erstkommunion: 12 Kinder empfingen ihre Erste Heilige Kommunion (2016 waren es 10 Kinder.).
  • Das Sakrament der Firmung spendete Bischof Timmerevers an 16 Jugendliche.
  • Eheschließungen: Das Sakrament der Ehe spendeten sich in unserer Kirche 5 Paare (2016 waren es 4 Trauungen in unserer Kirche und 3 Trauungen in Kirchen anderer Pfarreien). 
  • Bestattungen:  Aus unserer Pfarrei wurden 5 Verstorbene katholisch bestattet  (2016: 3 Personen). Insgesamt wurden 16 Verstorbene erfasst (keine Vergleichszahl aus dem Vorjahr).
  • Kirchenaustritte/Kircheneintritte: Die Anzahl der Kirchenaustritte ist im vergangenen Jahr auf 43 gegenüber 25 Personen im Vorjahr angestiegen, Kirchenwiedereintritte gab es nicht (gegenüber 2 Personen im Vorjahr).

IV. Wichtige Ereignisse und Höhepunkte im Jahr 2017

Der Jahresbericht konzentriert sich bewusst auf nur ganz wenige, aber exemplarische Punkte.

Unsere jährliche Erstkommunionfeier und die Spendung des Firmsakraments durch Bischof Heinrich waren beide in der ersten Maihälfte.  Dieser Sakramentenempfang ist Ziel und Höhepunkt von Kursen, die in unserer Gemeinde kontinuierlich und mit hohem persönlichen Einsatz überwiegend im Ehrenamt gehalten werden. Das führt nicht nur zu einer guten geistlichen Vorbereitung der Kinder und  Jugendlichen selbst, sondern bezieht auch viele andere Gemeindeglieder mit ein und wirkt so auch auf die Gemeinde zurück. Die gemeinsame Firmvorbereitung mit den zahlenmäßig wenigen Jugendlichen aus Cotta und die Spendung des Firmsakraments in der größeren Cottaer Pfarrkirche ist ein einfaches, aber überzeugendes Beispiel, wie pastorales Zusammengehen innerhalb der Verantwortungsgemeinschaft ganz selbstverständlich und zum gegenseitigen Vorteil funktionieren kann, ohne die Bindung zur Gemeinde vor Ort zu beeinträchtigen.

Die Gruppe der Vorjugendlichen hat ein wechselvolles, in der Tendenz aber auch ein sehr gutes Jahr hinter sich. Noch am Jahresanfang war diese Gruppe praktisch nicht mehr existent (siehe hierzu den Bericht aus dem Vorjahr), jetzt treffen sich zwischen 10 und 20 Vorjugendliche regelmäßig. Einige der Vorjugendlichen sind inzwischen in die Jugendgruppe hineingewachsen. Hauptverdienst an diesem erfreulichen Aufschwung zu einer stabilen Vorjugend-Gruppe hat unsere Gemeindereferentin Frau Günther. Sie hatte zunächst nur zugesagt, ein Leitungsteam bei der Gesamtkoordinierung und Elternkommunikation zu unterstützen, tat dann aber deutlich mehr und übernahm auch die praktische Durchführung von Treffs, wenn sich keine oder zu wenige Helfer fanden. Im Brennglas zeigt sich am Beispiel der Vorjugend, wie existenziell bedeutsam die engagierte Arbeit Hauptamtlicher im pastoralen Dienst ist – und wie wichtig es gleichzeitig ist, dass möglichst viele  Gemeindemitglieder ihre Gaben und Talente einbringen.

An der Religiösen Kinderwoche unserer Gemeinde in Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde Frieden und Hoffnung nahmen mit ca. 75 Kindern und fast 30 Helfern so viele Personen wie noch nie teil, Kapazitätsgrenzen wurden erreicht. Besonders hervorzuheben ist die  Vielfalt der Helfer und Begleiter: viele Jugendlichen, ausreichend erwachsene Helfer, beispielsweise auch Mitglieder der Fokolargruppe. Das intensive Ansprechen vieler Einzelpersonen hat hier Früchte getragen. Unter unseren Diaspora-Gegebenheiten war das diesjährige deutschlandweite Thema „Ökumene“ nicht einfach umzusetzen, weil es sich stärker am Herausarbeiten von Unterschieden zwischen christlichen Konfessionen orientierte. Im praktischen ökumenischen Miteinander unter Leitung von Frau Günther gelang es, die täglichen Gruppenstunden noch mehr als in den Vorjahren für die kindgemäße Beschäftigung mit religiösen Fragen zu nutzen. Für uns ist die RKW kein reines Ferienbeschäftigungsangebot, das bei fehlendem Bedarf auch mal nur tageweise in Anspruch genommen wird.

Im kommenden Jahr wird uns die RKW in neuer Weise herausfordern. Die Gemeinde Frieden und Hoffnung hat uns mitteilen müssen, dass im Sommer 2018 so viele Bauarbeiten anstehen, dass die RKW nicht auf dem Gelände der Hoffnungskirche durchgeführt werden kann. Wir weichen deshalb auf die Pfarrei St. Paulus in Dresden-Plauen aus; stattfinden wird unsere RKW dort wie immer in der ersten Sommerferienwoche. Wir werben schon jetzt vor allem auch erwachsene Gemeindemitglieder, sich im Interesse unserer Kinder aktiv in die RKW einzubringen.

Sowohl für die Zusammenarbeit der Pfarreien unserer Verantwortungsgemeinschaft als auch für die Entwicklung ökumenischer Beziehungen war das Jahr 2017 ein gutes Jahr.

Bei den Aufgaben, die sinnvoll in der Verantwortungsgemeinschaft gebündelt werden können, sind wir ein Stück vorangekommen. Ein Beispiel dafür ist die bessere Informationsvernetzung, so bei den Gottesdienstzeiten und ansprechenden Veranstaltungsflyern. Gemeinsame liturgische Feiern – wo sie sich sinnvoll anbieten, z.B. beim Zeugenweg zum 75. Jahrestag der Dresdner Märtyrer – bringen uns einander näher und erschließen neue Möglichkeiten.  Auch die Chöre profitieren davon. So war der Jahreshöhepunkt für unseren Kinderchor sicher die Aufführung  des Kinderchorstückes „Der kleine Prinz“ zusammen mit den Kinderchören aus zwei weiteren Dresdner Pfarreien. Zum Patronatsfest 2018 ist geplant, dieses Stück auch in unserer Kirche aufzuführen.

Mit Liturgieformen wie Nightfever und Gottesdienst für Junge Dresdner Erwachsene ist unsere St. Antoniuskirche Anziehungspunkt auch für Menschen aus ganz Dresden und Umgebung,

Das Lutherjahr brachte uns mit unseren christlichen Nachbarn noch näher zusammen, erstmals auch mit der direkt benachbarten Adventistengemeinde, die seit Jahren ein Kinderfest für den Stadtteil Löbtau organisiert. In dieses Kinderfest waren wir 2017 mit einbezogen. Das wollen wir im kommenden Jahr wieder tun. Der Ökumenische Reformationsgottesdienst am 31. November war zweifellos der Höhepunkt gemeinsamen Betens und Feierns.

V. Buntes Gemeindeleben

Jährlich im Dezember werden die sogenannten Ehrenamtlichen-Listen aktualisiert, die die Grundlage für die Einladungen zum Dankabend im Januar bilden. Die Liste ist so bunt wie unser Gemeindeleben selbst, sie versucht in Gruppen zu erfassen, was in ganzer Breite eigentlich nicht zu erfassen ist:

  • das Vorbereitungsteam für Firmung und Erstkommunion,
  • der Kirchenchor und die Gestalter des Open-Air-Gottesdienstes,
  • die Kinderkatecheten für Sonntagsgottesdienst, Kindertreff und Kindersamstag,
  • die RKW-Helfer und die Betreuer der Vorjugendgruppe,
  • die Pfadfinder mit ihren Gemeindeaktivitäten,
  • der Senioren- und der Caritas-Kreis,
  • der Kirchenrat, der Pfarrgemeinderat und die Arbeitsgruppe Erkundungsprozess,
  • der Kirchenreinigungs- und der Blumendienst,
  • die Verantwortlichen in der Öffentlichkeitsarbeit (Pfarrbrief, Homepage, Flyer, ...)
  • der Saratow-Kreis (Jahreshöhepunkt: Besuch in Saratow),
  • die Lektoren, Kommunionhelfer und Küster,
  • und viele andere besondere Dienste und Aktivitäten, darunter Krippenspiel oder Weihnachtsbesinnung.

In diesen Tagen werden mit fast 120 Briefen annähernd 150 Mitglieder unserer Gemeinde zum Dankabend eingeladen. Das sind Zahlen, die sehr froh machen. Es sind sogar einige mehr als  im Vorjahr – und trotzdem sind es in zweifacher Hinsicht eher einige zu wenig. Zum einen, weil eine Diaspora-Gemeinde, wie es unsere ist, ganz überwiegend aus dem Ehrenamt lebt und substantiell darauf angewiesen ist, dass sich möglichst viele mit ihren Begabungen, ihrem Interesse und ihrer Zeit einbringen, auch damit einzelne nicht in die Gefahr der Überforderung kommen. Zum anderen sind gewiss auch dieses Mal wieder so manche Gemeindemitglieder mit ihren speziellen Beiträgen ohne  Absicht unberücksichtigt geblieben. Oder sie gehören einer Gruppe an, die sehr wohl auch eine direkte Einladung verdient hätte, aber, auch aus Kapazitätsgründen, nicht mit eingeladen wird, wie z.B. die agilen Ministranten, der Kinderchor oder Jugendliche. Nicht vergessen werden sollen die stabilen Hauskreise und die Große Gruppe - und nicht zuletzt all die, die selbst nicht mehr so intensiv mittun können, aber  unserer Gemeinde mit ihrem Gebet nahe sind.

VI. Ein Ausblick ins neue Jahr

Mit dem 1.1.2018 wird Pfarrer Rakus nicht mehr nur unser Gemeindepfarrer sein, sondern von Pfarrer Baumgarten die Funktion des Leitenden Pfarrers der Verantwortungsgemeinschaft übernehmen. Da Pfarrer Baumgarten etwa zur Jahresmitte seine bisherige Pfarrei in Dresden-Strehlen verlassen wird, kann man jetzt schon sagen, dass das Jahr 2018 ein Jahr des Neuordnens in der Verantwortungsgemeinschaft unter der priesterlichen Führung unserer Steyler Missionare werden wird. Gleichzeitig wird es das Jahr werden, in dem die jetzigen vier Pfarreien wesentliche Schritte hin zur Neugründung einer Großpfarrei gehen werden. Das wird den Hauptamtlichen, aber ebenso auch allen Räten der jetzigen Pfarreien und den in Arbeitsgruppen Engagierten sehr viel abverlangen im ehrlichen Bemühen, das Beste für die Zukunft in unserer pastoralen Situation und mit unseren Möglichkeiten zu finden. Das können sie aber nur, wenn sie viele Mitdenker, Mitmacher und nicht zuletzt viele Mitbeter in der Gemeinde finden. Wir bitten Sie alle sehr, seien Sie dabei.

In der Lesung vom dritten Adventssonntag hat der Apostel Paulus seinen Gemeinden eindringlich gesagt: Prüft alles, und behaltet das Gute!

Stellen wir das neue Jahr unter Gottes Segen. Bitten und beten wir - miteinander und füreinander.

für den Pfarrgemeinderat -  gez. Josef Staubach

Foto: pfarrbriefservice.de/Martina Neugebauer-Renner

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