16. September 2019 /

Ein Diener Gottes sein

Volker Babucke wird Diakon im Bistum Dresden-Meißen

Es braucht Mut. Es braucht Hingabe. Es war Gottes Ruf und begann vor neun Jahren: Volker Babucke entschloss sich, sich 2009 zum Ständigen Diakon weihen zu lassen. Es war keine Entscheidung von heute auf morgen, kein Blitzgedanke, keine Farce, sondern wohl überlegt und tief getragen von einer inneren Überzeugung: „Dass etwas fehlt: eine Ordnung, die die Arbeit mit Menschen geistlich umfängt“, beschreibt Volker Babucke das Gefühl, welches ihn damals einnahm. Er spürte die Berufung. Als gelernter Krankenpfleger und seit längerem im Pflegemanagement tätig, ist Volker Babucke tagtäglich im Dienste der Menschen. Die Seelsorge ist ihm vertraut.

Kraft empfangen zwischen Beruf, Familie und Ausbildung

2010 begann die Grundstufe und Aufbaustufe Theologie im Fernstudium. Danach folgte die eigentliche dreijährige Ausbildung an der Fachakademie Magdeburg. „Das hieß Selbststudium, Präsenzzeiten und Prüfungen. Meine Familie hat so manches Wochenende und manche Ferienwoche ohne mich verbracht“, berichtet er. „Gleichzeitig gab mir meine Frau Kraft. Sie hielt mir den Rücken frei und sie trägt meine Entscheidung mit. Nie kamen unterschwellig Vorwürfe. Das gab mir immer Kraft und ich bin ihr sehr dankbar dafür“. Parallel zum Kurs im Magdeburg liefen strukturbedingt nochmals der Aufbaukurs und der pastoraltheologische Kurs, ebenfalls mit Prüfungen. „Die Kurse waren zeitlich eine Mutprobe“. Das forderte viel Kraft und Logistik im schon vollen Arbeitsleben von Volker Babucke. In der Regel ist sein Arbeitstag länger als acht Stunden. Zweifel kamen Volker Babucke nie auf in den neun Jahren. Eher die Angst zu versagen, nicht alles unter einen Hut zu bekommen, Familie und Beruf, und es nicht zu schaffen. Kraft schöpfte er auch durch seine Mitbrüder und vor allem durch Gott.

Ein Stück Kirche sein

„Es ist wohl das aufwändigste Ehrenamt, was ich jemals angepackt habe“, resümiert der zweifache Familienvater. Die guten und schönen Momente in der Ausbildung bestärkten ihn. „Plötzlich merkte ich, ich bin ein kleinen Stück Kirche mit aller Last der Verantwortung“. Das wurde ihm nach einer Probepredigt in Magdeburg bewusst, als er spontan den Blasius-Segen spenden durfte. „Ich spürte die Sehnsucht der Leute nach Segen und Heil und ich konnte dafür das Werkzeug sein. Das war ein eigenartiges schönes Gefühl“, sagt er ehrlich, ohne sich dabei in den Vordergrund zu stellen. Überhaupt ist Volker Babucke ein bescheidener Mann, der aus seinem Dienst am und für den Menschen wenig Aufsehen macht.

Ich kann gut zu hören

Wie es nach seiner Weihe zum Ständigen Diakon mit Zivilberuf weiter gehen wird, weiß Volker Babucke noch nicht. Er kann bistumsweit eingesetzt werden, in der Verantwortungsgemeinschaft genauso wie in unserer Gemeinde St. Antonius. „Ich habe dem Bischof Gehorsam versprochen, denke aber, dass ich hier eingesetzt werde. Ich möchte gerne unserem Pfarrer Rakus eine Hilfe sein. Ich kann gut zuhören und möchte mich in der Seelsorge einbringen. Dabei würde ich mich idealerweise auf den einzelnen Menschen einlassen“, lässt Volker Babucke durchblicken.

Prioritäten setzen

Ein Rezept wie er als Diakon Familie und Beruf managen wird, hat er noch nicht. „Sicher nur mit Gottes Hilfe, schließlich hat er mich dahin geführt. Durch meine Berufserfahrung kann ich gut Prioritäten setzen, auch Nein sagen und gezielt Ressourcen einsetzen sowie im richtigen Moment auch einmal eine Pause einlegen. Kurzum ich habe einen gesunden Egoismus“.

Der Diakon wirkt in der Liturgie und im Dienst der Verkündigung mit. Er spendet die Taufe, assistiert bei der Spendung des Ehesakramentes und leitet Begräbnisfeiern1.
Das Wort „Diakon“ kommt aus dem Griechischen (diakonos) und bedeutet „Diener/ Helfer“. Ständige Diakon können in der katholischen Kirche verheirate Männer zwischen 35 und 55 Jahren werden. „Ein Ersatz für fehlende Priester können Diakone nicht sein. Ein Priester hat eine ganz eigene und unersetzbare Berufung“, erklärt Volker Babucke. Mut möchte er anderen interessierten Männern machen. „Den braucht Man(n) gerade jetzt, wo die Kirche als Institution in Kritik steht“.

Die Vorbereitungen für die Weihe laufen noch nicht. „Es kann noch so viele Änderungen und Überraschungen geben, wie es im Familien- und Arbeitsleben üblich ist. Wir versuchen, nicht verrückt zu werden.“ Auf die Exerzitien vor der Weihe freut sich der 53-Jährige besonders. „Fünf Tage Ruhe, kein Handyempfang. Im Schweigen. Wald um mich“. Dann zurück zur Firmung der eigenen Tochter und am nächsten Tag gemeinsam als Familie entspannt mit dem Zug nach Zittau.

Weihe am Sonntag, 6. Oktober 2019

Volker Babucke wird am 6. Oktober 2019, um 15.00 Uhr in der Pfarrkirche Zittau durch Bischof Heinrich Timmerevers zum Diakon geweiht. Mit ihm stellen sich noch zwei weitere Mitbrüder aus dem Bistum in den geistlichen Dienst der katholischen Kirche. Wir als Gemeinde sind herzlich eingeladen bei der Weihe dabei zu sein.

Wir als Gemeinde St. Antonius wünschen Ihnen als Diakon alles erdenklich Gute, werden Sie getragen und begleitet von Gottes reichem Segen, mögen Sie die richtige Balance zwischen Beruf, Familie und Kirche finden.

Danke für das Gespräch.
Text: Christine Jeglinsky
Foto: Familie Babucke/privat

1 https://berufe-der-kirche-drs.de/staendiger-diakon-2/