RKW 2011

Raupe im Paradies

Die RKW (Religiöse Kinderwoche) in diesem Jahr war ein Experiment in doppeltem Sinne, und – um es gleich vorwegzunehmen – ein erfolgreiches Experiment.

Zum Einen gab uns der Zusammenschluss unsere beiden Gemeinden St. Antonius in Dresden-Löbtau und St. Joachim in Freital die Möglichkeit, eine gemeinsame RKW zu organisieren, außerdem kam noch Kinder der ev. Hoffnungskirche in Dresden hinzu. Zum Anderen tat das geplante Thema der RKW ein Übriges, um erst einmal kräftig zu schlucken: Sterben – Tod – Auferstehung.

Ein gewagtes Thema?

Nach anfänglichem, vorsichtigem „Beschnuppern“ und sich Kennenlernen der Projektleiter der beteiligten Gemeinden entwickelte sich schließlich ein gutes und tragfähiges Gesamtkonzept: Räume mussten gesichtet, Materialien beschafft und Essen für ca. 100 Personen organisiert werden. Neben den ca. 70 Kindern zwischen 6 und 14 Jahren sollten ja schließlich auch 26 jugendliche und erwachsene Helfer keinen Hunger leiden.
Am 11. Juli war es schließlich soweit: Mehr und mehr Kinder strömten aufgeregt und gespannt herbei, wurden begrüßt, in Gruppen eingeteilt.

Katechesen in den Kleingruppen, wunderschöne Lieder, Spiele, Bastelangebote, Gesang, sogar einen Erste-Hilfe-Kurs gab es, um den Kindern das Wunder des Lebens und die Selbstverständlichkeit des Sterbens und des Todes zu vermitteln. Anfängliche Befürchtungen, das Thema würde die Kinder womöglich überfordern, zerstreuten sich schnell. Die Kinder nahmen sich viel selbstverständlicher dieses Themas an als die Erwachsenen es tun, so dass auch eine vorsichtshalber eingerichtete „Trauer-Feuerwehr“ nicht zum Zuge kommen musste.

Kindgerechte Filme wurden gezeigt, eine Hospiz-Mitarbeiterin erzählte den älteren Kindern von ihrer Arbeit, am Mittwoch gab es einen Ausflug zum Segen-Gottes-Schacht, in welchem am 2. August 1896 276 Bergleute bei einer Schlagwetterexplosion ums Leben kamen. Begleitet wurde die RKW von regelmäßigen Anspielen, welche zum jeweiligen Tagesthema hinführten und in den Kleingruppen weitergeführt wurden.

Übernachten in Zelten

Ein Höhepunkt der RKW war wieder – wie im letzten Jahr – das Übernachten in Zelten, die dankenswerterweise wieder von den Pfadfindern zur Verfügung gestellt wurden. Auch wenn natürlich bei diesem „Experiment“ nicht alle eventuellen Probleme vorhergesehen werden konnten, so kann doch schließlich von einem gelungenen Experiment gesprochen werden. Die Kinder jedenfalls zeigten sich zufrieden und freuten sich auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.

Spenden erbeten

Ein Teilnehmerbeitrag wurde in diesem Jahr nicht erhoben, vielmehr wurde um Spenden gebeten. Allen, die für die RKW gespendet haben, sei daher hier noch einmal herzlich gedankt. Es war in jedem Falle eine sehr gute Investition. Die Kinder haben es spätestens zum abschließenden Gottesdienst mit fröhlichem Gesicht und kräftigem Gesang der wunderbaren RKW-Lieder bewiesen, dass sie viel von der RKW mitgenommen und sicher auch gelernt haben.

Stefan Kolodzie