11. Januar 2017 /

Weltgebetstag der Frauen

Einladung zum Weltgebetstag

„Was ist denn fair?“ lautet der diesjährige Leitgedanke des Weltgebetstags der Frauen. Die weltweite christliche Bewegung widmet sich damit besonderes den Philippinen.

Für den Gebetstag am Freitag, dem 3. März 2017, haben 20 Christinnen von den Philippinen Gebete, Lieder und Texte vorbereitet, die in über 100 Ländern der Erde vorgetragen und gesungen werden.

Programm zum Weltgebetstag am 3. März 2017, in St. Antonius, Gemeindesaal:

  • 16:30 Uhr Ländervorstellung
  • 17:15 Uhr Essen und Verkauf
  • 18:00 Uhr Ökumenischer Gottesdienst

Beispielsweise erzählen die Verfasserinnen über die fiktiven Frauen Merlyn, Celia und Editha wahre Fakten über den Inselstaat in Südostasien. Dieser leidet unter anderem unter sozialer Ungerechtigkeit, Folgen des Klimawandels und Abwanderung. Die Geschichten von Merlyn, Celia und Editha stehen in Kontrast zum biblischen Gleichnis der Arbeiter im Weinberg (Mt 20, 1-16). Als Gegenmodell zur profit-orientierten Konsumgesellschaft sehen sie auch die indigene Tradition des Dagyaw oder Bayanihan: Alle arbeiten gemeinsam und teilen die Ernte.

In unserer Gemeinde möchten wir auch Teil dieser Bewegung sein und den Weltgebetstag zusammen mit der Gemeinde Frieden und Hoffnung begehen. Um diesen zu organisieren, gibt es ein mehrere Vorbereitungstreffen:

  • am Mittwoch, dem 25. Januar 2017
  • am Dienstag, dem 21. Februar 2017, um 19.30 Uhr
  • am Donnerstag, dem 2. März,  um 19.00 Uhr

im Antoniuszimmer, Pfarrhaus Schillingplatz 17. Wir laden Sie - auch wenn Sie noch nicht beim ersten Treffen dabei waren -  herzlich ein mitzuwirken. Interessierte können sich ebenfalls bei unserer Gemeindereferentin Jadwiga Günther melden, E-Mail: gemeindereferentin@st-paulus-dresden.de

Mehr zum Weltgebetstag:
weltgebetstag.de/

Über die Philippinen:
Die 7.107 Inseln der Philippinen liegen im Pazifischen Ozean. Ihre tropischen Urwälder und bizarren Korallenriffe beherbergen artenreiche Ökosysteme. Tauchreviere und weite Sandstrände begeistern jedes Jahr Millionen Urlauber. Die Folgen des Klimawandels treffen die Philippinen aufgrund ihrer geographische Lage besonders hart: Mit Taifunen, Vulkanausbrüchen und Erdbeben gehören sie zu den Ländern, die am stärksten von Naturkatastrophen betroffen sind.

Die gesamte Inselgruppe zeichnet sich durch eine Vielfalt an Völkern, Kulturen und Sprachen aus. Trotz ihres Reichtums an natürlichen Ressourcen und Bodenschätzen prägt eine krasse soziale Ungleichheit die Philippinen. Die meisten der rund 100 Millionen Einwohner profitieren nicht vom wirtschaftlichen Wachstum. Auf dem Land haben wenige Großgrundbesitzer das Sagen, während die Masse der Kleinbauern kein eigenes Land besitzt. Die Wurzeln dieser Ungleichheit gehen zurück bis in die 330jährige spanische Kolonialzeit. Wer sich heute für Menschenrechte, Umweltschutz, Landreformen oder die Rechte der indigenen Bevölkerung engagiert, lebt oft gefährlich.

Auf der Suche nach Perspektiven zieht es viele Filipinas und Filipinos in die 17-Millionen-Metropolregion Manila. Rund 1,6 Millionen wandern Jahr für Jahr ins Ausland ab und schuften als Hausangestellte, Krankenpfleger oder Schiffspersonal in Saudi-Arabien, den USA, Europa, Hongkong oder Singapur. Ihre Überweisungen sichern den Familien das Überleben, doch viele der Frauen zahlen einen hohen Preis: ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, körperliche und sexuelle Gewalt.

Die Philippinen sind das bevölkerungsreichste christliche Land Asiens, über 80 Prozent der Bevölkerung sind katholisch. Glaube und Spiritualität prägen die philippinische Kultur. Rosenkränze und Marienfiguren schmücken Wohnungen und Autos. War die römisch-katholische Kirche zu Kolonialzeiten eng mit den Mächtigen verbunden, so setzen sich viele Priester und Ordensfrauen heute für die Armen und Entrechteten ein. Auch Vertreter der protestantischen Kirchen sind stark gesellschaftlich engagiert. Neben einer buddhistischen Minderheit, sind rund 5 Prozent der Bevölkerung muslimisch. Der Großteil von ihnen lebt von jeher im südlichen Mindanao.

Kollekte zum Weltgebetstag:
Der Weltgebetstag der philippinischen Christinnen ermutigt zum Einsatz für eine gerechte Welt. Ein Zeichen dafür sind die Kollekten der Gottesdienste in Deutschland, die Frauen- und Mädchenprojekte weltweit unterstützen. Darunter sind acht Partnerorganisationen auf den Philippinen, die sich u.a. für politische und gesellschaftliche Beteiligung sowie die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder engagieren.


Titelbild: Rowena Apol Laxamana-Sta.Rosa.
Text: Lisa Schürmann, Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V.