26. April 2020 /

…spannend!

 Das attestiert man gern einer Geschichte oder einem Krimi. Aber das meine ich nicht. Eher die Kopfschmerzen, die man nach dem Dienst hat, wenn man den mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz absetzt. Akkordarbeit mit Atembremse, Waschpulvergeruch im Gehirn, der nicht wieder weggeht. Noch mehr Spannungen aushalten und kompensieren müssen. Im Pflegeheim ist es viel komplizierter geworden.

Aber die Kollegen schaffen so viel Normalität wie möglich. Sind erfinderisch, die Versorgungs- und Kontaktbarrieren so gut es geht zu überbrücken. Machen Mut und werben um Verständnis. Aus welchen Quellen schöpfen sie? Und wie lange noch? Nur keine Fehler machen. Keine falsche Entscheidung treffen. Nur keinen Schnupfen bekommen, nicht mal Heuschnupfen. Denn krank darf plötzlich keiner zum Dienst. Aber Ersatz ist dennoch kaum vorhanden. Der Druck ist enorm. 

Es gibt Spannungen, die das Leben in guter Weise spannend und reich machen. Die angedeutete Thematik ist eher eine Zerreißprobe. Und die Erfahrung sagt, dass Wunder hier dünn gesät sind. 

Möge uns die Puste nicht ausgehen – unter und außerhalb der Stoffmaske.