19. Januar 2016 /

Das war 2015 - ein Rückblick

... Zahlen, Fakten und Erlebtes zusammengefasst

Einer guten Tradition folgend, blicken wir auch am Ende dieses Jahres zurück auf wichtige Ereignisse in unserem Gemeindeleben, auf Entwicklungen, die uns in diesem Jahr besonders berührten und die auch wichtig für die kommende Zeit sein werden.

Verantwortungsgemeinschaft Dresden-Süd/West:

Am 1. März wurden die Dresdner Stadtpfarreien Strehlen, Plauen, Cotta und Löbtau (ohne das Gebiet der Gemeinde St. Joachim Freital) durch ein Bischofsdekret zu einer Verantwortungsgemeinschaft Dresden-Süd/West verbunden. Noch im März kam es zum ersten größeren Treffen von Vertretern der Pfarreien unserer VG und vieler kirchlicher Orte auf dem Territorium der VG. Es folgten zwei weitere Großtreffen und eine Steuerungsgruppe wurde gebildet. Von beiden gingen viele Impulse für die Fortsetzung des pastoralen Erkundungsprozesses aus. In der Gemeinde St. Antonius bildeten wir einen Arbeitskreis, der sich speziell mit dem Erkundungsprozess und der Zusammenarbeit innerhalb der VG beschäftigt. Seit Mitte des Jahres wirbt der Arbeitskreis mit einem Papier für das Ver-ständnis, dass geistlicher Prozess und Strukturfragen zwei Seiten einer Me-daille im pastoralen Erkundungsprozess sind. Wir empfehlen die Lektüre dieses Papieres auch allen, die sich für die Umsetzung des pastoralen Erkundungsprozesses in unserer Gemeinde interessieren.
Im Oktober fand ein Rahmengespräch unserer VG mit der Bistumsleitung statt, auf dem pastorale Fragestellungen beraten und Strukturdaten (z.B. hinsichtlich hauptamtlichen Personals und Finanzierungsfragen) der kommenden Jahre an die VG übergeben wurden. Anfang 2016 werden wir in einem Gemeindeabend darüber berichten.

Personal:

Auch personell war 2015 ein außerordentlich ereignisreiches Jahr für uns.
Zu Jahresbeginn war Pater Slawomir Rakus nicht nur Pfarrer von Heilig Geist (und damit auch zuständig für Freital), sondern zusätzlich Pfarradministrator von Dresden-Plauen und Dippoldiswalde.
Im März löste Pater Ritchile Salinas als neuer Kaplan Pater Joseph ab und musste sofort die großen Gottesdienste zu den Kar- und Ostertagen übernehmen. Er setzte viele neue und positive Akzente.
Im Mai wurde bei Pater Rakus eine Erkrankung so stark, dass er zwischenzeitlich vom Provinzial abberufen werden musste und eine längere Therapie antrat. Wir sind sehr dankbar dafür, dass unsere Steyler Missionare schnell und umsichtig halfen; Pater Sylwester Wydra aus Cotta wurde zwischenzeitlich unser Pfarradministrator, Pater Vinh kam als Vertretung von Pater Rakus zusätzlich nach Dresden und blieb so lange, bis Pater Rakus im November rechtzeitig zu Beginn des neuen Kirchenjahres auch persönlich wieder neu als unser Pfarrer beginnen konnte, worüber wir sehr froh sind. Seit diesem Herbst lebt mit Pater Horst Petry ein weiterer Steyler Missionar als Pensionär in unserem Pfarrhaus und unterstützt seine Mitbrüder.

Unmittelbar vor Weihnachten verstarb Pfarrer i.R. Theodor Anders im Alter von 91 Jahren. Er leitete unsere Pfarrei in den Jahren 1962 bis 1974. Vielen Gemeindemitgliedern ist er als umsichtiger, vitaler Seelsorger mit pastoralem Gespür in bleibender Erinnerung. Wir gedenken seiner dankbar im Gebet.

Zum Ende dieses Jahres wird die Gemeinde St. Joachim Freital offiziell aus unserer Pfarrei Heilig Geist ausgegliedert und in die Pfarrei Konrad von Parzham Dippoldiswalde eingepfarrt. Fünf Jahre partnerschaftlicher Zusammenarbeit auf Augenhöhe gehen zu Ende. Schon ab September, mit der Neubesetzung des Pfarrstuhls von Dippoldiswalde, betreuten die Steyler Missionare die Freitaler Gemeinde nicht mehr mit, im Umkehrschluss konnten wir leider auch Pfarrer Klose nicht mehr zu Gottesdiensten bei uns begrüßen.

Statistik:

Einige statistische Angaben zum Gemeindeleben im Jahr 2015, jeweils im Vergleich zum Vorjahr:

Mitglieder: Zur Pfarrei Heilig Geist gehören insgesamt 3493 Personen (2014: 3465 Personen); davon gehören zu unserer Gemeinde St. Antonius Dresden-Löbtau 2244 Personen (2014: 2213 Personen). Das ist erneut ein Zuwachs, wenn auch weniger stark als im letzten Jahr.

Mit den folgenden Zahlen beziehen wir uns direkt auf die Gemeinde St.Antonius.

Taufen: Das Sakrament der Taufe wurde in unserer Gemeinde an 17 Kinder gespendet (2014: 23 Kinder). Erwachsenentaufen gab es in diesem Jahr nicht.Erstkommunion: 13 Kinder empfingen ihre Erste Heilige Kommunion (2014 waren es sogar 23 Kinder.)Das Sakrament der Firmung wurde in diesem Jahr nicht gespendet.Eheschließungen: Das Sakrament der Ehe spendeten sich in unserer Kirche 7 Paare (2014 waren es 2 Paare), hinzu kommen in jedem Jahr einige Trauungen in Kirchen anderer Pfarreien.Bestattungen: 6 verstorbene Gemeindemitglieder wurden in unserer Gemeinde bestattet (2014: 4 Personen).Kirchenaustritte: Im vergangenen Jahr erklärten 36 Personen ihren Austritt aus der katholischen Kirche (2014: 25 Kirchenaustritte).

Mit einem Durchschnittsalter von etwa 37 Jahren gehören wir nach wie vor zu den altersmäßig jüngsten Gemeinden des Bistums.

Christsein in St. Antonius:

Welche Ereignisse und Formen, Christsein zu leben, haben im vergangenen Jahr unsere Gemeinde besonders geprägt? Die folgende Auswahl kann und soll nur schlaglichtartig sein.

In der Kinderpastoral gibt es verschiedene Aktivitäten, die fast alle ehrenamtlich getan werden und damit naturgemäß auch Schwankungen in Art und Umfang unterliegen müssen. Wöchentlich übt der Kinderchor, regelmäßig findet der Kindertreff statt, in größeren Abständen gibt es auch das Angebot für einen Kindersamstag. Der Krabbelkreis wartet momentan darauf, dass sich interessierte Eltern wieder selbst zusammenfinden. Für den sonntäglichen Hauptgottesdienst um 10 Uhr gibt es seit diesem Herbst eine feste Regel: Am ersten Sonntag des Monats ist Familiengottesdienst mit anschließendem Kirchenkaffee, an allen anderen Sonntagen des Monats findet eine Kinderkatechese im Gemeindesaal statt. Kindergarten Don Bosco und Gemeinde profitieren wechselseitig von ihrer räumlichen und geistigen Nähe.

Die Religiöse Kinderwoche zu Beginn der Sommerferien ist unverändert ein Jahreshöhepunkt in der Kinderpastoral. Sie ist auch ein Höhepunkt ökumenischen Zusammengehens mit der Friedens- und Hoffnungsgemeinde.Die Pfadfinder haben in unserer Gemeinde einen geachteten Platz. Sie helfen maßgebend auch bei kirchlichen Veranstaltungen, wo sie nicht als Hauptorganisator auftreten, z.B. bei der RKW, beim Patronatsfest oder beim Martinsfest.Es gelang, die Kontinuität in der Vorbereitung unserer Erstkommunionkinder zu erhöhen, sowohl in der Zusammensetzung des Vorbereitungsteams und dessen Zusammenarbeit mit den Eltern als auch durch die zu einem wichtigen Meilenstein gewordene Kommuniongruppenfahrt. Besonders freuen wir uns, dass Frau Regina Schulze trotz der Auspfarrung Freitals auch die neue Kommuniongruppe 2016 mit betreut.

Die Vorjugendgruppe für Schüler der 5. bis 7. Klasse hat sich im zweiten Jahr ihrer Existenz zu einer festen und weiter wachsenden Gruppe mit bis zu 20 Mitgliedern entwickelt. Dafür gilt ein ganz besonderer Dank den zum Ende dieses Jahres ausscheidenden beiden bisherigen Leiterinnen Katharina Hempel und Dagmar Müller. Die sich altersmäßig anschließende Jugendgruppe ist stabil, Höhepunkt in diesem Jahr war sicher ihr einwöchiger Arbeitseinsatz zur Renovierung der Jugendräume unter dem Altarraum, ebenso auch das Krippenspiel gemeinsam mit der Vorjugend.Die beiden Abende für Neuzugezogene konnten unterschiedlicher nicht sein. Zum ersten Treffen unmittelbar vor dem Patronatsfest kam erstmals überhaupt niemand - trotz rund 200 Einladungen.

Zum zweiten Treffen im November folgten 13 Personen der Einladung – und die meisten zeigten direkt die Bereitschaft, sich selbst ins Gemeindeleben einzubringen. So fanden sich spontan zwei Studentinnen für das Leitungsteam der Vorjugendgruppe, so dass die Betreuung dieser Gruppe kontinuierlich fortgesetzt werden kann.Neben der „Weihnachtsbesinnung für Löbtau“ am Heiligen Abend ( mit gestiegener Teilnehmerzahl) gab es dieses Jahr mit dem Adventsliedersingen erstmals ein weiteres Angebot, unsere Kirchentüren für die Stadt zu öffnen. Das DRK nutzt inzwischen regelmäßig unsere Räume für unentgeltliche Blutspendenachmittage. Wir freuen uns, dass eine Gruppe eritreischer Flüchtlinge in unsere Gemeinde hineingewachsen ist. Sie bereichern uns. Gleichzeitig freuen wir uns über die wachsende Bereitschaft vieler Gemeindemitglieder, sich auf Flüchtlinge im positiven Sinne „einzulassen“.In diesem Jahr erschienen erstmals vier Pfarrbriefe. Ein Redaktionsteam hat sich gebildet und sorgt für Qualität und Kontiuität.

Viele andere wichtige Gruppen und Kreise seien im diesjährigen Jahresbericht nur mit ihrem Namen erwähnt: die „Große Gruppe“ mit ihren regelmäßigen Veranstaltungen; die agile Wandergruppe; die Senioren mit ihrem wiederaufgelebten Dienstagstreffen; die elf Familien- und Hauskreise; der Kreis „Bibel teilen“ als gemeinsames Angebot mit Dresden-Plauen; der Saratow-Kreis mit ungebrochener Aktivität; der Kirchenchor mit erfreulichem Personalzuwachs; die gut aufgestellten Kreise der Organisten, Lektoren und Kommunionhelfer; spontane Musiziergruppen; der treue Blumendienst; Freiwilligenpläne für Kirchenreinigung und Kirchenkaffee und vieles mehr, das im Stillen geschieht und häufig erst bemerkt wird, wenn es nicht mehr gemacht wird. Wir sind sehr, sehr dankbar für diese vielen Mitgestalter unseres Gemeindelebens. Fast 150 Einladungen werden an Ehrenamtliche für einen Dankabend im Januar verschickt. Und wir bitten um Entschuldigung, wenn bei dieser großen Zahl der eine oder andere mit seinem speziellen Dienst einfach vergessen worden ist. Ein herzliches „Vergelt’s Gott“ allen, nicht zuletzt auch jenen, die unsere Gemeinde mit ihrem Gebet begleiten!

Daneben gibt es auch schmerzlich Vermisstes: Ein spezieller Liturgiekreis könnte dem Seelsorgerat nicht nur viel Arbeit abnehmen, sondern sie wahr-scheinlich auch besser tun.

Ende des Seelsorgerates:

Mit dem Jahreswechsel endet die Arbeit des separaten Seelsorgerates der Gemeinde St. Antonius. Womit der Seelsorgerat sich in zehn Sitzungen dieses Jahres im Detail beschäftigt hat, das können Sie den Tagesordnungen und Protokollen entnehmen, die jeweils vor dem Gemeindesaal aushängen. Helfen Sie alle mit, dass der Seelsorgerat seinen Dienst an der Gemeinde im kommenden Jahr – in personeller Kontinuität dann als Pfarrgemeinderat der Pfarrei Heilig Geist – gut weiterführen können, durch Ihre Hinweise, Ihr Mittun, Ihr Gebet, aber auch durch Ihre Kritik.

Ausblick auf 2016:

Richten wir den Blick auf das beginnende Jahr.

Es wird für uns ein ganzes Stückweit ein Jahr des Suchens sein, des Suchens nach Gott in unser heutigen Welt, nach dem, was uns besonders wichtig ist in unserer Gemeinde und für unsere Gemeinde, danach, wozu wir selbst berufen sind, wo der Platz unserer Gemeinde in Strukturen ist, die im Umbruch begriffen sind.
Welches konkrete Bild wir von unserer Kirche dabei finden werden, ist im Detail nicht vorherzusehen. Vielleicht sind die Details auch gar nicht so wichtig, sie wandeln sich und unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde. Sicher aber ist, dass es ein Bild sein wird, in dessen Zentrum Jesus Christus steht. Vertrauen wir darauf, dass wir auf diesem Weg geführt werden und bitten wir um Gottes Segen, bitten und beten wir für- und mit-einander.

für den Seelsorgerat der Gemeinde St. Antonius

gez. Josef Staubach

Foto: "Jahreswende" - Katharina Wagner, pfarrbriefservice.de