31. Dezember 2016 /

Jahresrückblick 2016 für die Pfarrei Heilig Geist Dresden-Löbtau

Gemeindeleben

Am Ende dieses Jahres schauen wir zurück auf Wichtiges im Leben unserer Gemeinde, auf Positives, auf Überraschendes und auch auf weniger Gelungenes und wagen einen Blick auf Kommendes.

Das Jahr 2016 begann mit einer strukturellen Veränderung. Die Gemeinde St. Joachim Freital wurde aus unserer Pfarrei Heilig Geist ausgegliedert und gehört jetzt zur Pfarrei Osterzgebirge. Damit gingen fünf Jahre guter partnerschaftlicher Zusammenarbeit zu Ende. Gleichzeitig war das für unsere Pfarrei die Gelegenheit, sich stärker auf die anderen drei Pfarreien unserer Verantwortungsgemeinschaft Dresden-Süd/West zu orientieren und gemeinsame Schritte im Erkundungsprozess zu gehen.

Menschen in der Gemeinde/Bistum:
Auch hinsichtlich personeller Veränderungen war 2016 ereignisreich.
Im August trat Heinrich Timmerevers die Nachfolge von Erzbischof Heiner Koch als nun 50. Bischof unseres Bistums an und beendete damit die etwa ein Jahr andauernde Sedisvakanz. Schon die ersten Monaten seines bischöflichen Wirkens in Dresden lassen erkennen, dass Heinrich Timmerevers in vielerlei Hinsicht ein guter Hirte für unser Bistum ist. Bereits am 7. Januar 2017 haben wir Gelegenheit, ihn bei einem Tagesbesuch in unserer Verantwortungsgemeinschaft näher kennenzulernen.

Brigitte Lommatzsch beendete im Frühjahr nach vielen Jahren treuer und umsichtiger Arbeit ihren Dienst im Pfarrsekretariat. Im Sommer begann Manuela Börner dort an der Seite von Andrea Steinmann. Trotz enger finanzieller Rahmenbedingungen hatte das Ordinariat letztlich ein offenes Ohr dafür, dass diese Stelle im Sekretariat wieder mit einer Person besetzt werden konnte, die sehr tief in unserer Gemeinde verwurzelt ist. Dafür sind wir dankbar.

Genauso dankbar sind wir auch dafür, dass mit Jadwiga Günther im August eine neue Gemeindereferentin in die Verantwortungsgemeinschaft gesendet wurde. Sie ist anteilig auch in unserer Gemeinde eingesetzt und für unsere vielen Ehrenamtlichen eine bereits jetzt deutlich spürbare Entlastung und eine Bereicherung für die ganze Gemeinde.
Kaplan P. Ritchille Salinas wurde im Frühjahr herzlich verabschiedet. Mit Pater Roman Pechacek kam ein neuer Steyler Missionar in unser Pfarrhaus. Er ist innerhalb der Verantwortungsgemeinschaft vor allem mit der Seelsorge in der Pfarrei Dresden-Plauen zuständig.

Zahlen und Fakten zur Gemeinde:
Einige statistische Angaben zu unserer Pfarrei, jeweils im Vergleich zum Vorjahr:

  • Mitglieder: Zur Pfarrei Heilig Geist gehören zurzeit insgesamt 2.394 Personen (2014: 2213 Personen). Das ist ein deutlicher Zuwachs von 8 Prozent, der weit hinausgehend über die Zuwachsraten der letzten Jahre. Mit einem weiter gesunkenen Durchschnittsalter von jetzt unter 36 Jahren zählen wir zu den altersmäßig allerjüngsten Gemeinden des Bistums.
  • Taufen: Das Sakrament der Taufe wurde in unserer Gemeinde an 19 Kinder gespendet (2015: 17 Kinder). Hinzu kommen 2 Erwachsenen- und 4 Kindertaufen durch unsere Geistlichen außerhalb unserer Pfarrei.
  • Erstkommunion: 10 Kinder empfingen ihre Erste Heilige Kommunion (2015 waren es 13 Kinder.).
  • Das Sakrament der Firmung wurde in diesem Jahr nicht gespendet, nächster Firmtermin ist Mai 2017.
  • Eheschließungen: Das Sakrament der Ehe spendete sich in unserer Kirche nur 1 Paar (2015 waren es 7 Paare), mindestens 3 Trauungen in Kirchen anderer Pfarreien kommen hinzu.
  • Bestattungen: In unserer Pfarrei wurden 3 Verstorbene bestattet (2015: 6 Personen), davon waren 2 Verstorbene Angehörige von Gemeindemitgliedern.
  • Kirchenaustritte/Kircheneintritte: Im vergangenen Jahr erklärten 25 Personen ihren Austritt (2015: 36 Kirchenaustritte), 2 Personen wurden in die katholische Kirche auf-genommen.

Was war im vergangenen Jahr bedeutsam für unsere Pfarrei, was geschah in der Verantwortungsgemeinschaft?

Das Jahr 2016 sollte zu einem Jahr werden, in dem unsere Gemeinde sich zusammen mit den anderen Gemeinden der Verantwortungsgemeinschaft stärker als zuvor um den geistlichen Weg im Erkundungsprozess kümmert. Doch zunächst gerieten Struktur- und Finanzfragen in den Vordergrund, die mit dem Schlüsselzuweisungsmodell und der Personaleinsatzplanung bis 2025 zusammenhingen.

Kirchenrat und Pfarrgemeinderat rückten enger zusammen und wandten sich mehrfach und teils gemeinsam mit anderen Pfarreien der Verantwortungsgemeinschaft an das bischöfliche Ordinariat, nicht im Sinne eines „Gegen die da oben“, sondern weil wir Mitverantwortung spüren. Wir sind dankbar für die Gespräche im Ordinariat und auch dankbar, dass unser neuer Bischof die negativen finanziellen Auswirkungen des Dekretes zur Schlüsselzuweisung für die nächsten beiden Jahre abfedert. In unserer Gemeinde zeigte sich deutliches Interesse an diesen finanziell-strukturellen Fragen.

Demgegenüber war die Resonanz auf Bemühungen, im geistlichen Erkundungsprozess einige wichtige Wegschritte zu gehen, zunächst spürbar geringer. Die Mitglieder unserer Arbeitsgruppe Erkundungsprozess machten eine gute Arbeit, waren aber manchmal zu sehr auf sich allein gestellt, hatten auch durch den Pfarrgemeinderat nicht immer ausreichende Unterstützung, Kommunikationsschwächen, z. B. bei der Frage der „Kirchenbilder“, kamen hinzu. Geplante Termine zur Einbeziehung der Gemeinde in Fragen des Erkundungsprozesses wurden wenig angenommen bzw. mussten verschoben werden. Mit der in den letzten Monaten begonnenen Initiative, Gesprächsrunden in den Gruppen und Kreisen anzubieten, zeichnet sich jetzt ein qualitativer Schritt vorwärts ab. Geistlicher Erkundungsprozess ist für mündige Christen eigentlich ein „Muss“, aber vermelden oder administrieren lässt er sich nicht. Wir bitten Sie, gehen wir Schritte zusammen, in unserem Schrittmaß, mit unseren Möglichkeiten.

Die Pfarreien unserer Verantwortungsgemeinschaft, teilweise auch unsere kirchlichen Orte, sind sich näher gekommen, sowohl auf der Ebene der Gremien, als auch durch besseres Wahrnehmen und Achten des jeweils Anderen und das Bündeln von Ressourcen. Die gemeinsame Woche der Barmherzigkeit , Aktionen zum Kirchentag, Bibelteilen, gemeinsame Firmvorbereitung und der Predigeraustausch sind Beispiele dafür. Wir sind weiter am Erkunden, auch hinsichtlich Fragen der Außenwirkung unserer Gemeinde und der Größe und des Zuschnitts der Verantwortungsgemeinschaft.

Nachdem im Herbst bereits die restaurierte Madonnenfigur in unsere Pfarrkirche zurückkehrte und die Weihwasserbecken schöne Keramikschalen erhielten, gab es kurz vor Weihnachten einen schon nicht mehr für dieses Jahr erwarteten Höhepunkt: Erstmals in ihrer Geschichte bekam unsere Kirche einen Taufstein. Er schließt harmonisch das liturgische Dreieck aus Sandstein: Altar – Ambo – Taufbecken. Jetzt wartet der Taufstein auf möglichst zahlreiche Nutzer!

Gruppen, Kreise, Höhepunkte im Gemeindeleben – eine Auswahl
Für unsere Gemeinde wird prognostiziert, dass sie auch in den nächsten Jahren leicht anwachsen wird, sie ist aber auch besonders stark durch Zu- und Wegzug geprägt. Mehr als 400 katholische Christen ziehen pro Jahr zu, fast ebenso viele wieder weg. Eine Herausforderung. Können wir damit umgehen?

Bei dieser hohen Fluktuationsrate sind Gruppen und Kreise besonders wichtig, die auch eine spirituelle Beheimatung bieten können und die offen sind für Neuankömmlinge und für Neues.
Wir verfügen über eine Vielzahl solcher Gruppen und Kreise; sie sind unerlässlich dafür, dass das „Schiff, das sich Gemeinde nennt“, wie es in einem beliebten Kirchenlied heißt, Kurs halten kann.

Stellvertretend für andere seien hier nur einige genannt:

  • die Chöre unter Kantor Ulrich Heine, wo erstmals die Proben des Kinderchores in „Jüngere“ und „Ältere“ geteilt wurden, und die Mitwirkenden am Open-Air-Gottesdienst im August,
  • sehr agile Gruppen der Kinderpastoral mit regelmäßigen Kinderkatechesen, dem Kindertreff und dem Kindersamstag sowie den Sternsingern,
  • die Pfadfinder, die nicht nur einige Veranstaltungen wie das Martinsfest selbst verantworten, sondern auch unverzichtbar mitbeteiligt sind an vielen anderen,
  • elf Familien- und Hauskreise und die „Große Gruppe“,
  • die wachsende Pfarrjugend, die die Gemeinde mit gelungenen Aktionen wie Taizé-Abenden überrascht und die vom Weltjugendtreffen in Polen begeistert zurückkehrte,
  • der Seniorenkreis mit seinem regelmäßigen Dienstag-Treffen,
  • ein sehr breiter Kreis von Gemeindemitgliedern, die bei der Gottesdienstgestaltung mitwirken und regelmäßig für Kirche und Grundstück Sorge tragen, spontane, vor allem musikalische Beiträge zum Gottesdienst,
  • die Wandergruppe,
  • der Redaktionskreis für den Pfarrbrief, der jetzt optisch und inhaltlich sehr ansprechend vier Mal im Jahr erscheint, und das Team, das einen neuen Flyer über unsere Kirche entwickelt hat,
  • das wiederaufgelebte Herbstfest,
  • der Saratow-Kreis, für den der Besuch der Saratower Teilnehmer am Weltjugendtag in unserer Gemeinde sicher der Höhepunkt des letzten Jahres war,
  • das nun schon seit mehr als einem Jahr regelmäßig stattfindende Singen mit unseren eritreischen Gemeindemitgliedern
  • ... und vieles anderes mehr, so dass es praktisch unvermeidlich ist, dass beim persönlichen Einladen zum jährlichen Dankabend für Ehrenamtliche einzelne Personen schlicht vergessen werden. Bitte sehen Sie das denjenigen nach, die sich um die Einladungen bemühen. Ein herzliches „Vergelt’s Gott“ allen, auch jenen, die selbst nicht mehr so intensiv mittun können, aber unserer Gemeinde in ihrem Gebet nahe sind!

Erstkommunionkurs und Firmvorbereitungskurs sind Aufgaben, die in unserer Gemeinde mit hohem Engagement überwiegend durch Ehrenamt getragen werden. Kontinuität ist hier besonders wichtig und es ist bewundernswert, mit welcher auch inhaltlichen Qualität die geistliche Vorbereitung unserer Kinder und Jugendlichen geführt wird. Für die Begleitung der Firmlinge hat sich eine sehr große Zahl von Tandem-Partnern bereiterklärt. Die gemeinsamen Fahrten sind und bleiben wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil der Kurse.

Die Religiöse Kinderwoche als Jahreshöhepunkt in der Kinderpastoral und Höhepunkt ökumenischer Zusammenarbeit mit der Gemeinde Frieden und Hoffnung war auch 2016 wieder eine Woche, die für die vielen teilnehmenden Kinder und die jugendlichen Helfer ein blei-bendes Erlebnis ist.
Unerwartet schwierig verlief die Vorbereitungszeit. Lange war unklar, ob sich genügend erwachsene Gruppenleiter finden werden. Die Kommunikation zwischen ehrenamtlichem Leitungsteam, Pfarrgemeinderat, Hauptamtlichen und Gemeinde war nicht optimal. Letztlich führte das sogar zur Verunsicherung bei einigen Eltern, ob ihre Kinder überhaupt würden an der RKW teilnehmen können. Was können wir daraus lernen?
Es ist ganz wichtig, dass wir in der Gemeinde ein breites Verständnis dafür entwickeln, dass die RKW ihre Qualität nur behalten kann, wenn schon sehr früh die Leitung in ihrer Grundstruktur feststeht und mit der Vorbereitungsarbeit beginnt. Das bedeutet auch, dass wir schon jetzt, noch im alten Jahr, nachdrücklich erwachsene Gemeindemitglieder darum bitten, sich im Interesse unserer Kinder einzubringen.

Die Vorjugendgruppe ist wichtigstes Bindeglied zwischen Kindergruppen und der Pfarrjugend. Die Arbeit mit dieser Gruppe hat sich 2016 leider nicht so positiv weiterentwickelt wie in den beiden Jahren zuvor. Es gab nur wenige und nicht ausreichend kommunizierte Zusammenkünfte. Das ehrenamtliche junge Leitungsteam kam an seine Grenzen, niemand anderes konnte die Lücke füllen. Hier liegt eine der wichtigsten Aufgaben für 2017. Frau Günther wird das Team bei der Gesamtkoordination, Terminfindung und Elternkommunikation unterstützen, aber wir richten die Bitte um Mitdenken und Mitwirken auch an andere, nicht zuletzt an die Eltern der Vorjugendlichen.

Richten wir den Blick auf das beginnende Jahr.
Auch 2017 wird wieder ein Jahr des Suchens für uns sein, mehr als zuvor auch des geistlichen Suchens nach dem Platz jedes Einzelnen in unserer Gemeinde, nach dem, was uns hier und in der Verantwortungsgemeinschaft wichtig ist, des Suchens nach Gott in unser heutigen Welt, danach, wozu wir selbst berufen sind.

Unser neuer Bischof hat bei seinem Amtsantritt gesagt: „Unsere Kirche und Christsein verwirklichen sich nicht durch ein Starren zum Himmel. Christen verharren nicht in Kirchenräumen, mögen diese noch so schön sein.“ Lassen wir uns im kommenden Jahr anspornen von diesem Auftrag, vertrauen wir darauf, dass Gott in seiner Kirche am Werk ist, auch und gerade in unserer Gemeinde, auch und gerade inmitten aller Umbrüche und Krisen, auch und gerade in unserer säkularen Umgebung. Bitten wir um seinen Segen, bitten und beten wir für- und miteinander.

für den Pfarrgemeinderat
gez. Josef Staubach

Bild: Martina Neugebauer-Renner
In: Pfarrbriefservice.de