17. Januar 2020 /

Jahresrückblick 2019

für die Pfarrei Heilig Geist Dresden-Löbtau, Gemeinde St. Antonius

Dieser Jahresrückblick ist der letzte, der für die Gemeinde St. Antonius als Bestandteil der Pfarrei Heilig Geist Dresden-Löbtau erstellt wird. In einem knappen halben Jahr, am Pfingstmontag 2020, wird aus den vier Pfarreien der jetzigen Verantwortungsgemeinschaft Dresden Süd/ West eine neue Großpfarrei gegründet, dabei wird auch das Kirchenbuch unserer Pfarrei Heilig Geist geschlossen. Was bleiben wird, als Bestandteil der neuen Pfarrei, ist die Gemeinde St. Antonius, in der so viel wie möglich an lebendiger Gemeindearbeit vor Ort stattfinden soll.


Der Rückblick auf das Jahr 2019 steht im Spannungsfeld zwischen Werden, Bewahren und Vergehen, zwischen Hoffnungen und Bedenken. Der Rückblick beschreibt auch einige kritische Punkte

1. Was geschah 2019 in unserer Verantwortungsgemeinschaft Dresden Süd/West?

Es ist keine leichte Aufgabe, die Partnerschaft mit den drei Nachbarpfarreien, der Studentengemeinde und den kirchlichen Orten so weiterzuentwickeln, dass alle sich gleichermaßen ernst und angenommen fühlen und den nicht umkehrbaren Zusammenschluss konstruktiv miteinander gehen. Wir sind weiter auf dem Wege gewesen.

Als Vorarbeit zur Neugründung war von allen Pfarreien und kirchlichen Orten gemeinsam ein Biblisch Begründeter Auftrag erarbeitetet worden, das pastorale Leitbild für die zukünftige Pfarrei: „Beschenkt durch die Gnadengaben Gottes – sind wir Licht für die Welt – und tragen SEINE frohe Botschaft zu den Menschen“. Im Herbst 2018 wurde er angenommen. Seine drei Hauptteile werden seitdem nach und nach vertieft, in kleineren und größeren Zusammenkünften, Impulsen und Predigten. Ein sichtbarer Ausdruck sind die vier Collagen, an denen Frauen aus allen Gemeinden gearbeitet haben und die zurzeit reihum in den vier Kirchen den Ambo schmücken.

Zu Beginn des Jahres glaubten wir, auf der Zielgeraden des langwierigen Findungsprozesses für Pfarrort, Pfarrkirche und Patrozinium der neuen Großpfarrei zu sein. Für Pfarrort und Pfarrkirche hatten sich die vier Pfarrgemeinderäte bereits auf den Vorschlag St. Paulus Dresden-Plauen geeinigt. Drei Vorschläge für ein Patrozinium waren in die letzte Auswahlrunde gekommen: Selige Märtyrer vom Münchner Platz, Hl. Edith Stein und Hl. Arnold Janssen. Unser Pfarrgemeinderat entschied sich - dem Mehrheitsvotum der Gemeinde folgend – für Hl. Edith Stein. Bei einem Treffen der vier Pfarrgemeinderäte kam es zu keinem einstimmigen Vorschlag aller Gemeinden. So reichte Pfarrer Rakus im April das Abstimmungsergebnis (2 Stimmen für Edith Stein, je eine für die die beiden anderen Kandidaten) zusammen mit den Vorschlägen für Pfarrort und Pfarrkirche bei Bischof Heinrich ein. Im Juni lud der Bischof Vertreter der Pfarrgemeinderäte zu sich ein, um mit uns über die drei Patroziniumsvorschläge zu sprechen. Es war ein gutes, konstruktives Gespräch, in dem der Bischof unseren Mehrheitsvorschlag Edith Stein prinzipiell akzeptierte, jedoch nur unter ihrem Ordensnamen Theresa Benedicta a Cruze.  Seine Empfehlung war „Selige Märtyrer vom Münchner Platz“ wegen der einmaligen örtlichen Beziehung der neuen Pfarrei zur Hinrichtungsstätte und wegen seiner persönlichen Betroffenheit bei einem Besuch dort. Der Bischof gab diese beiden Namen zur Auswahl zurück an die Pfarrgemeinderäte und versprach, sich an deren abschließendes Votum zu binden.

Alle vier Pfarrgemeinderäte stimmten dann letztlich mehrheitlich für die Seligen Märtyrer, wobei die Entscheidung in Löbtau mit 5:4 sehr knapp war. Auf dieses einhellige Votum rea-gierte der Bischof im Oktober und teilte uns mit, dass das Patrozinium der zukünftigen Pfarrei Selige Märtyrer vom Münchner Platz lautet.

Ein schwieriger Lernprozess des Miteinander-Auskommens fand nach zwei Jahren zumindest in dieser Frage sein Ende und der Blick konnte wieder auf Wichtigeres gerichtet werden.

Das vergangene Jahr war das erste in der VG unter der alleinigen priesterlichen Führung unserer Steyler Missionare. Die Deutsche Provinz der Steyler Missionare will auch weiterhin mit drei Priestern bei uns präsent sein. Das war 2019 sehr schwierig und stellte unseren Pfarrer Rakus vor große Herausforderungen. Dass Gottesdienste regelmäßig gehalten werden konnten, ist auch Ruhestands Pater Horst Petry und Altbischof Konrad Zdarsa zu danken, der im Sommer nach seiner Verabschiedung in Augsburg seinen Ruhesitz in Löbtau nahm und jetzt hin und wieder als Zelebrant in der VG aushilft.
Die Liste der Veränderungen ist lang.  Als im Juni Pater Wydra, der eine schon länger geplante Missionsaufgabe in Mittelamerika übernimmt, in Cotta verabschiedet wurde, konnte nicht sofort ein Nachfolger geschickt werden. Pater Alex, früher schon einmal als Praktikant in Cotta, überbrückte einige Monate, bis Pater Tuan aus Vietnam seinen Dienst in der VG antre-ten konnte. Da Pater Roman Pechacek im Oktober von seinen Diensten in der VG entpflichtet wurde, war Pfarrer Rakus sogar einige Wochen ganz allein, bevor Pater Victorin aus dem Benin hinzukam, der ursprünglich nur zwei Monate überbrücken sollte, bis ab Januar 2020 Pater Jobin aus Indien auf Dauer kommt. Gegenwärtig hat sich die Priestersituation entspannt.

Ein herzliches Dankeschön aber auch an unsere Gemeinde, die auf die hohe Fluktuationsrate ausgesprochen gelassen reagiert und eher das Positive an den neuen Gesichtern gesehen hat, z. B. die für Deutsche ungewohnte, herzerfrischende Lockerheit unserer afrikanischen Steyler. Vor dem Sommer musste Pfarrer Rakus bekanntgeben, dass unsere Heilige Messe am Sonntagabend nicht mehr weiter gehalten werden kann.

Extrem angespannt ist die Personalsituation bei den hauptamtlichen Gemeindereferentinnen. Nachdem Frau Diesner, zuständig für Strehlen und teilweise auch für Cotta, in den Mutterschaftsurlaub ging, brach in Strehlen einiges zusammen. Wichtige pastorale Aufgaben wie der Erstkommunionunterricht drohten unbesetzt zu bleiben. Die angekündigte vorzeitige Beendigung der Stelle für die Missionarische Ideenwerkstatt verschärft die Lage weiter. Inzwischen gibt es durch die ins Strehlener Pfarrhaus eingezogenen Missionsschwestern, durch eine wei-tere befristete Teilzeitstelle und durch Ehrenamtlichen-Engagement wieder Lichtblicke. Wir in Löbtau können nicht (mehr) sagen, das sei die Sache der Strehlener. Das wäre ein Zeichen mangelnder Mitverantwortung. Alle Stellen in der VG sind nicht mehr an einzelne der alten Pfarreien gebunden. Frau Günther, die als Gemeindereferentin ursprünglich für Plauen und Löbtau geplant war, geht hart an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Was sie freiwillig tut, ist viel mehr, als ihre Stelle vorsieht. Hüten wir diesen Schatz.

Nur zum Teil haben sich die Hoffnungen erfüllt, dass uns in administrativer und pastoraler Sicht weitere notwendige Schritte des Warmlaufens für die zu gründende Pfarrei bereits im Jahr 2019 gelingen. Das war bei der fehlenden Kontinuität in der Besetzung der Hauptamtlichenstellen trotz großer Bemühungen aller Seiten auch gar nicht möglich.

Die jeweils vier Pfarrgemeinde- und Kirchenräte arbeiten enger und konstruktiver zusammen. Sie können personellen Engpässen in einzelnen Räten besser begegnen und auch besser und mit mehr Nachdruck die berechtigten Interessen der VG gegenüber dem Ordinariat vertreten. Das betrifft besonders Fragen in der Haushaltsplanung.

In St. Antonius ist die Zusammenarbeit zwischen Pfarrgemeinderat und Kirchenrat in den letzten Jahren immer vertrauensvoller geworden. Die Räte ziehen an einem Strang.
Einige Punkte, die in der späteren Großpfarrei sinnvoll zusammengefasst werden können, sind inzwischen schon selbstverständlich geworden: Besondere Gottesdienste, Andachtsformen oder andere Veranstaltungen in einzelnen Gemeinden werden für alle anderen angeboten; Gruppen treffen sich regelmäßig oder treten gemeinsam auf; einzelne Veranstaltungen und zu den Festkreiszeiten werden gemeinsam beworben.

Mitte September trafen sich die Pfarreien der VG in St. Petrus Strehlen zu einem Gemeinschaftssonntag, den die Akteure und die übrigen Teilnehmenden als gut organisiert und sehr gelungen empfanden. Unsere Jugendlichen gestalteten die abschließende schöne Taizé-Andacht, die Choristen sangen beim Freiluftgottesdienst mit. Als Einstimmung auf den Pfarr-eigründungstag konnte dieser Gemeinschaftssonntag nur bedingt genutzt werden. Die Zahl der Teilnehmer aus Löbtau war nicht hoch. Man stelle sich die Frage nach dem Warum.

2. Bedeutsames im Leben unserer Gemeinde St. Antonius im Jahresverlauf 2019

Unsere Gemeinde ist in vielen Punkten sehr lebendig und auch ohne Anleitung „von oben“ sehr selbständig, manches gelingt gut, manches weniger. Wichtig ist, dass wir einerseits ganz bewusst als Kirchgemeinde vor Ort leben wollen, uns andererseits aber nicht mit unserem Glauben und unseren Aktivitäten hinter verschlossene Türen zurückziehen können. Wir sollen und wollen als Christen anziehend sein und ausstrahlen.

Sternsinger-Aktion: An der Sternsinger-Aktion ist - nach der RKW – jedes Jahr die höchste Zahl junger Gemeindemitglieder beteiligt. Sie erfordert eine aufwändige, straffe Organisation. Das gelang der Leitergruppe um Herrn Haunerland sehr gut. Erstmals folgten Vorbereitungstreffen und Aussendung zeitlich dicht aufeinander. Gegenüber dem Vorjahr wurden zwei weitere Gruppen aufgestellt, die Ausstattung der Kinder war deutlich verbessert worden. Mit über 3800 Euro lag der finanzielle Gesamtertrag sehr hoch, mindestens genauso hoch einzuschätzen ist die Motivation von Kindern und Begleitern.

Danktag der Gemeinde: Um die jährliche Dankfeier mit allen, die sich mit der Gemeinde verbunden fühlen, für einen größeren Kreis und insbesondere auch für Familien mit Kindern attraktiver zu machen, haben wir eine neue Form versucht. Auf den Dankgottesdienst an ei-nem Januar-Sonntag, mitgestaltet durch den Gospelchor von Frieden und Hoffnung, folgte ein gemeinsames Mittagessen und ein kleines musikalisches Programm. Das fand großen Zu-spruch. Diese Form soll beibehalten werden.

Formen der Offenen Kirche: Zum zweiten Mal wurde unsere Kirche in der Fastenzeit an je einem Nachmittag zu Besuch, Orgelspiel und Besinnung geöffnet. Um Organisation und Orgelspiel kümmert sich ein fester Stamm von Gemeindemitgliedern. Das Angebot wollen wir 2020 fortsetzen. Erstmals boten wir während des Ökumenischen Kinderstraßenfestes in unse-rer Kirche einen Rückzugsraum der Stille an. Das Offene Adventssingen ist inzwischen fester Bestandteil des Adventskalenders geworden.

Erstkommunion und Firmung: Dem Empfang beider Sakramente (Erstkommunion im Mai, Firmung im Oktober) geht ein langer Weg der Vorbereitung voraus, den Kinder und Jugendli-che gemeinsam mit Kursleitern, Helfern und auch den Eltern gehen. Es ist ein Segen, dass wir in unserer Gemeinde dafür sehr engagierte und gut ausgebildete Personen haben, die die Kur-se mit hohem persönlichem Aufwand führen und begleiten. Sehr froh sind wir darüber, dass beide Teams stabil sind und nicht mit jedem Jahrgang völlig neu gebildet werden müssen.

Partnergemeinde Saratow: Nachdem im Jahr 2018 Priester und Ordensschwestern aus Sara-tow bei uns zu Gast waren, musste der für 2019 geplante Gegenbesuch leider verschoben werden. Die Personalsituation in der dortigen Pfarrei hatte sich erheblich verschlechtert. Der Kontakt auch auf persönlicher Ebene ist weiter sehr eng, der Saratow-Kreis unterstützt unsere Partnergemeinde nach Kräften. Begleiten Sie alle bitte unsere Partnergemeinde mit ihrem Gebet.

Patronatsfestwochenende im Juni: Das Patronatsfest sprach wieder viele Gemeindemitglie-der an. Zum Spieleabend am Freitag war der Gemeindesaal gut gefüllt. Der Vortragsabend am Samstag griff ein Thema aus dem Biblisch Begründeten Auftrag auf. Prof. Bruckmann hielt vor über 40 Gemeindemitgliedern einen spannenden und unterhaltsamen Vortrag zur Ent-wicklung des Glaubens an einen dreieinen Gott in der Frühzeit des Christentums. Höhepunkt des Patronatsfestes war am Sonntag wieder der Festgottesdienst mit Projektchor and Band. Wetterbedingt wurde er ganz kurzfristig aus dem Freigelände in die Kirche verlegt. Das ge-lang ohne Substanz- und Zeitverlust, weil viele Hände halfen, ebenso wie beim folgenden Essen, bei Info-Ständen oder dem Smoothie-Fahrrad. Pantomime Ralf Herzog begeisterte am Nachmittag mit seinem Programm Jung und Alt.

Religiöse Kinderwoche: Rund 100 Personen einschließlich der Helfer und Gruppenleiter nahmen an diesem größten Gemeinschaftsprojekt mit der Pfarrei Frieden und Hoffnung teil. Ein sehr gelungenes Projekt, das seit Jahren „brummt“ und ungemein wichtig für unsere Kinder und Jugendlichen ist. Wir sind dankbar, dass wir nach einem Jahr Unterbrechung wegen vieler Baumaßnahmen wieder das Gelände der Hoffnungskirche nutzen konnten. Unterstüt-zung kam von vielen Spendern. In der Nachbereitungsveranstaltung wurde deutlich, wie eng sich Helfer und Gruppenleiter mit ihrer Aufgabe verbunden fühlen und wie hoch die Ansprü-che sind, die sie an sich selbst stellen. Mehrfach wurde gewünscht, dass die RKW-Tage wie-der besser in die Gottesdienste davor und danach ausstrahlen.

Ökumenisches Kinderstraßenfest im August auf dem Schillingplatz: An diesem ökumeni-schen Gemeinschaftswerk aller christlichen Kirchen Löbtaus nahmen wir zum dritten Mal aktiv teil. Neben dem Ort der Ruhe in der Kirche und einem Bastelstand hatten wir erstmals einen eigenständigen Verpflegungsstand auf unserem Kirchengelände. Wegen der Sperrungen für die Bauarbeiten an der neuen Zentralhaltestelle und wegen des Plakatierungsverbotes vor den Landtagswahlen war der Besucherzuspruch geringer als in den Vorjahren. Für 2020 soll geprüft werden, ob das Gesamtkonzept oder einzelne Akzente des Festes anders gesetzt werden sollen. Dazu soll es bereits im Januar ein erstes offenes Vorbereitungstreffen geben, zu dem Interessierte aus allen beteiligten Kirchgemeinden eingeladen sind. Dort werden Ideen und Anregungen gesammelt. Es wäre prima, wenn wir als Gemeinde unser Engagement weiter verstärken und auf breitere Schultern legen könnten.

Diakonweihe: Am 6. Oktober empfing Herr Volker Babucke zusammen mit zwei weiteren Mitbrüdern aus unserem Bistum von Bischof Heinrich die Weihe zum Ständigen Diakon im Zivilberuf. Das war Höhepunkt und Abschluss seiner langen Ausbildung – und diese seltene Weihe ist auch ein Geschenk für uns als Gemeinde. Der Einladung in die Pfarrkirche Zittau waren viele Gemeindemitglieder gefolgt. Als Diakon hat Herr Babucke eigenständige Aufgaben in Liturgie und Verkündigung. Ein Diakon ist aber kein Notnagel für fehlende Priester, sein Einsatzspektrum geht auch weit über den Altarraum hinaus. Wir als Gemeinde wünschen Diakon Babucke, dass er begleitet und getragen wird von Gottes reichem Segen.

Martinstag und weitere Aktionen mit der Gemeinde Frieden und Hoffnung: Dem Martinsumzug ging dieses Mal ein Martinsmusical in der Hoffnungskirche voran, gestaltet von Kinderchören unserer VG. Es war ein voller Erfolg, außerordentlich gut besucht. Auch zum Abschluss auf unserem Kirchengelände waren viel mehr Teilnehmer als sonst. Für die nächsten Jahre nehmen wir das Angebot unserer evangelischen Nachbargemeinde gern an, die Laufrichtung nicht mehr jedes Jahr zu wechseln, sondern immer in der Hoffnungskirche zu beginnen. Der zur schönen Tradition gewordene ökumenische Gottesdienst am Buß- und Bettag wurde dieses Jahr einmalig durch einen stadtweiten zentralen ökumenischen Gottesdienst in der Kreuzkirche ersetzt. Dieses Angebot wurde kaum angenommen. Im nächsten Jahr kehren wir zur alten Form zurück. Der Lebendige Adventskreis hat weiteren Zuspruch gefunden und wird vor allem von Familien mit Kindern gut angenommen.

Aktionen unserer Jugendgruppe: Im Mai nahm die Jugendgruppe auf der Prager Straße mit einem eigenen Auftritt an einem Wochenende von „Be the Change“ teil, das sich für ein öko-logisch nachhaltiges und sozial gerechtes Leben einsetzt. Eine sehr bereichernde geistliche Erfahrung erlebten viele unserer Jugendlichen, die sich im Sommer zusammen mit anderen Jugendlichen der VG auf den Weg nach Taizé machten. Eine Installation auf dem Schillingplatz zum Thema Seenotrettung wurde für den Martinstag vorbereitet, konnte wegen schlechten Wetters aber nicht aufgebaut werden.

3. Das Gemeindejahr 2019 in Zahlen – ein statistischer Überblick

  • Mitglieder: Unsere Gemeinde gehören zurzeit insgesamt 2357 Personen (2018: 2442 Personen) an. Das personelle Anwachsen, das bereits im letzten Jahr deutlich geringer als in den Vorjahren war, setzte sich erstmals nicht fort, wir sind etwa wieder auf dem Stand von 2016. Das Durchschnittsalter liegt konstant knapp unter 36 Jahren, wobei die Altersklasse zwischen 20 und 30 Jahre mit weitem Abstand die stärkste ist.
  • Taufen: Das Taufsakramente wurde in unserer Gemeinde an 19 Kinder gespendet (2018: 17 Kinder). Außerdem wurden 4 Täuflinge unserer Pfarrei in anderen Pfarreien getauft. 
  • Erstkommunion: 14 Kinder empfingen ihre Erste Heilige Kommunion (2017: 12 Kinder).
  • Das Sakrament der Firmung wurde an insgesamt 17 Jugendliche und Erwachsene gespendet. Im Vorjahr gab es keinen Firmkurs.
  • Eheschließungen: In unserer Kirche spendeten sich das Sakrament 4 Paare (2018: ebenfalls 4 Paare). Bei 8 Trauungen in anderen Kirchen war mindestens ein Teil des Brautpaares Mitglied unserer Gemeinde.
  •  Bestattungen: In unserer Pfarrei wurden 4 Verstorbene katholisch bestattet (2018: 2 Personen). Insgesamt wurden 18 Verstorbene erfasst (2017: 16).
  • Kirchenaustritte/Kircheneintritte: 48 Personen traten aus der katholischen Kirche aus (2018: 44). Eine Person wurde wieder in die katholische Kirche aufgenommen.

4. Gemeindeleben und Ehrenamt
Was die Qualität des Gemeindelebens ganz wesentlich bestimmt und zusammenhält, das sind Menschen, die freiwillig etwas für die Gemeinde tun, weil ihnen das wichtig ist, weil sie Ge-meinschaft im Glauben suchen, weil sie sich in der Gemeinde angenommen fühlen, weil sie wollen, dass viele andere sich auch geborgen fühlen, weil sie ausstrahlen wollen. Und es darf auch Spaß machen und nicht nur Pflicht sein.

In manchen ehrenamtlichen Funktionen steht man mehr im Licht als in anderen.

Dazu gehören alle, die Funktionen in der Gottesdienstgestaltung ausüben. Dort haben wir einen Stamm von Ministranten, Lektoren, Kommunionhelfern, Organisten und Chorsängern, um den uns viele andere Gemeinden wohl nur beneiden können. Wenn jemand ausscheidet oder herauswächst, sind die Lücken meist schnell geschlossen. Im letzten Jahr war das in all diesen Gruppen so. Besonders erfreulich war, dass im Herbst zwei Kommunionhelfer, Frau Ulrike Irrgang und Herr Gregor Domes, eine Ausbildung zu Gottesdienstbeauftragten begonnen haben, also in Zukunft Wort-Gottes-Feiern werden leiten können. Ebenso erfreulich ist es, dass es jetzt nach jahrelangem Bemühen gelungen ist, einen Liturgiekreis zu gründen, der sich regelmäßig um Fragen der liturgischen Gestaltung unserer Gottesdienste kümmern will.

Dazu gehören auch der Kirchen- und der Pfarrgemeinderat und die Vertreter in der Steue-rungsgruppe der VG. Das umzugsbedingte Ausscheiden von Frau Stöhr aus der Steuerungsgruppe kompensierten Frau Evelyn Eulitz und Herr Marco Bannert. Der Pfarrgemeinderat beschäftigte sich – neben der kräftebindenden Patroziniumsfrage – auch ausführlich mit der wachsenden Verantwortung der Kirchen in der Demokratie unseres Landes und stellt Regeln dafür auf, für wen und wozu wir unsere Räume öffnen. Erfreulicherweise haben sich alle un-sere PGR-Mitglieder bereiterklärt, ihre Funktionen auch nach der Gründung der Großpfarrei (dann wieder als Mitglieder eines Seelsorgerates) bis zu den Neuwahlen spätestens Ende 2020 fortzusetzen.

Und dazu gehören auch alle, die sich um die Hinführung zum Sakramentenempfang und um unsere junge Generation kümmern. In der Andacht am Heiligen Abend war ein wunderschö-nes Krippenspiel zu erleben. Herzlicher Dank an alle direkten und indirekten Akteure. Der Pastoralkreis, der Aktivitäten für die jüngere Generation koordiniert, hat sich neu organisiert und arbeitet jetzt in mehreren Teilgruppen. Nach einigen Jahren der Unterbrechung hat sich wieder eine Krabbelgruppe gegründet, die sich wöchentlich im Gemeindesaal trifft.


Problematisch ist die Situation bei der Betreuung der aktiven Vorjugendgruppe, die Frau Günther leitet. Aus dem Erwachsenenbereich ist Herr Gwosch leider der einzig übriggeblie-bene Begleiter der monatlichen Treffen. Es ist uns ein dringendes Anliegen, dass sich weitere Begleiter finden.

Bemerkenswert sind die vielen geistlichen Beiträge der Fokolare-Gruppe, z.B. Bibelabende und Besinnungstage, für die gesamte VG.

Nightfever spricht vor allem junge Menschen der Dresdner Region spirituell an und lädt einmal im Monat in unsere Kirche zu Gottesdienst und anschließendem gemeinsamen Gebet ein.

Andere Aufgaben liegen mehr im Verborgenen, im Stillen. Sie sind nicht weniger bedeutsam dafür, dass der Organismus Gemeinde lebendig ist und bleibt.

Dazu gehören die Begleitung Älterer über den Caritasdienst und die liebevolle Organisation der monatlichen Seniorenvormittage, die Betreuung der Sakristei, die vielen kleinen und großen Reinigungs- und Reparaturarbeiten, die Küchenbetreuung im Hintergrund und und und ... Es gibt wohl niemand in der ganzen Gemeinde, der sagen könnte, er wüsste von allem.

Stellvertretend für die vielen „Hintergrunddienste“ soll diesmal einer besonders gewürdigt werden, von dem man nicht Arbeit, Zeit und Mühe sieht, sondern nur das Resultat des „grünen Daumens“: der Blumenschmuck im Altarbereich. Frau Angela Böhm und Frau Christina Rompe haben über den unglaublich langen Zeitraum von 20 Jahren ununterbrochen dafür gesorgt, dass unser Altarraum würdig und dem kirchlichen Jahreskreis folgend geschmückt ist. Das ist ein Vorbild an Beständigkeit. Man kann nur erahnen, wieviel sie aus dem eigenen Garten und aus der freien Natur in unsere Kirche mitgebracht haben und wie oft sie Persönliches für diesen Dienst zurückstellen. Die Gemeinde ist ihnen sehr, sehr dankbar. Jetzt wollen sie sich zurückziehen. Für ihre Nachfolge, breiter verteilt auf mehrere Schultern, werben wir seit einigen Monaten.

5. Ein Ausblick ins Jahr 2020
Am Pfingstmontag gründet Bischof Heinrich Timmerevers die neue Pfarrei „Selige Märtyrer vom Münchner Platz“. Die Vorbereitungen für dieses Ereignis haben begonnen. Auf einem VG-Vorbereitungstag im November sind Ideen gesammelt, Meinungen ausgetauscht und Schwerpunkte gesetzt worden. Vier Arbeitsgruppen für Teilaufgaben sind gegründet worden, in denen Teilnehmer aus allen alten Pfarreien vertreten sein sollen. Die Steuerungsgruppe hat die Ergebnisse des Vorbereitungstreffens konsolidiert und alle vier Pfarrgemeinderäte haben bereits ihre Zustimmung zu den Eckpunkten des Gründungstages gegeben.
Das sind:

  •  ein „Warm up“ am Vorabend in St. Marien, Dresden-Cotta, mit liturgischem Einstieg und der Band der Steyler Missionare,
  •  der festliche Gründungsgottesdienst am Pfingstmontag, 10 Uhr, im Innenhof der Gedenkstätte am Münchner Platz
  • Zeit für Mittagessen, Begegnung und Programm auf dem Gelände von St. Paulus, Dresden-Plauen, abgeschlossen von einem Musical, gestaltet von Kindern der neuen Pfarrei.
    Die Pfarreigründung soll ein in Würde gestaltetes Ereignis werden, nicht nur ein formaler Akt. Wir bitten Sie, liebe Gemeindemitglieder, sich nach Ihren Möglichkeiten und Interessen in die Vorbereitung einzubringen. Vor allem bitten wir natürlich auch um Ihre Teilnahme und Ihr Gebet, dass Segen auf der neuen Pfarrei liegen möge und Neues wachsen kann.

Vor der Gründung liegt noch viel Arbeit für die Hauptamtlichen, aber auch für die Kirchen- und Pfarrgemeinderäte und andere Gruppen. Viele pastorale, organisatorische und finanzielle Fragen sind noch zu klären. Manches davon wird am Gründungstag noch ungelöst sein, als Übergangslösung funktionieren müssen oder kann überhaupt erst danach angegangen werden, wie z.B. Räte-Neuwahlen in den einzelnen Gemeinden und der neuen Pfarrei gegen Ende des Jahres. Dabei dürfen wir alle miteinander nicht vergessen, dass nicht der organisatorische Überbau das Wesentliche ist, das uns trägt. Gelebter Glaube braucht seine engere Heimat. Diese Heimat finden wir auch in Zukunft in unserer Gemeinde St. Antonius. Aber öffnen wir Blick und Herz weiter, lassen wir Neues zu. Wir sind getragen. Gehen wir mit diesem Ver-trauen ins neue Jahr.

für den Pfarrgemeinderat
gez. Josef Staubach

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