Liebe Schwestern und Brüder,
Liebe Gemeinde,

st antonius pfarrer

zuerst bemerken wir die Temperaturunterschiede. Im Vergleich zur sommerlichen Hitze wird es kälter. Später fallen uns die kürzeren Tage auf und wenn das Laub zu fallen beginnt, wissen wir, der Herbst ist da. Nach der Explosion des Lebens im Frühling, nach der Zeit des Wachstums und des Reifens im Sommer, kleidet sich die Natur in die bunten, herrlichen Farben des Überflusses. Das Angebot an den Früchten der Erde und der menschlichen Arbeit ist überwältigend. Bevor der kalte und entbehrungsreiche Winter beginnt, lädt die Natur dazu ein, vorzusorgen und Vorräte anzulegen. Es ist die Zeit der Ernte, die Zeit des Dank-Sagens.

Anfang Oktober feiern wir Erntedankfest. Wir danken für das tägliche Brot (und für all den Reichtum, der jeden Tag auf den Tisch kommt), wir danken für das Wunder des Lebens und für die Kunst, es gelernt zu haben, das Leben (eigenes und der Anderen) mit unserer Händearbeit zu erhalten.

Mit dem Dank drücken wir aus, dass es nicht selbstverständlich ist, jeden Tag und dazu noch im Überfluss zu Essen zu haben. Gerade wir Stadtmenschen, die jeden Tag der Woche in das Geschäft um die Ecke gehen können, um alles zu bekommen, was wir brauchen, die fast jeden Bezug zur Natur verloren haben, die nicht mehr wissen wie viel Arbeit und Mühe es kostet, damit ein Brötchen oder ein Ei am Frühstückstisch steht, gerade wir, die wir täglich Tonnen von Lebensmitteln auf den Müll werfen, gerade wir dürfen nicht vergessen und nicht verlernen zu danken. Denn beim Danken wird uns bewusst, dass entgegen dem Schein, vieles in unserem Leben nicht selbstverständlich ist.

Wir werden jeden Tag unseres Lebens reichlich beschenkt und zwar nicht nur mit dem Notwendigsten, sondern mit einem vollen, überhäuften Maß. Beim Danken wird uns bewusst, dass wir es der Sorge unseres Schöpfers zu verdanken haben, behütet und in Frieden durch das Leben gehen zu dürfen. Daran haben Millionen der Menschen auf der ganzen Welt, ohne eigenes Verschulden, keinen Anteil. Beim Danken schließlich wird uns bewusst, dass wir keine einsame Insel sind. Dass ich dank der Schwester und dem Bruder an meiner Seite, mich am Reichtum der Schöpfung laben kann. Der Topf aus dem jeder Einzelne schöpft, ist umso reicher, umso mehr ich da hinein tue. Als Christen glauben wir, dass Gott die Quelle und der Ursprung all dieses Reichtums ist und dafür wollen wir ihm am Erntedank danke sagen. Möge der Segen Gottes allen Menschen zu Teil sein.

Gott befohlen.

Ihr Pfarrer
P. Sławomir Rakus SVD

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