Liebe Schwestern und Brüder,
Liebe Gemeinde,

st antonius pfarrer

Advent ist eine Zeit des Aufbruchs. Im Advent macht Gott den Menschen Mut, ungewohnte und ungewöhnliche Wege zu gehen. Es liegt in der Natur des Menschen, das Bekannte und Gewohnte zu schätzen uns das Bewährte erhalten zu wollen. Das gibt eine gewisse Sicherheit und ist ohne Frage sehr bequem. Denn man spart sich auf diese Weise die regelmäßige Mühe der Gestaltung und der Kreativität. Die Gewohnheit birgt aber auch Gefahren, denn sie kann die Ursache sein für Erstarren und Unflexibilität. Wenn wir versuchen uns selber und unser Tun zu reflektieren (dafür ist die geprägte Zeit des Advents bestens geeignet), dann stellen wir fest, dass wir tief eingeprägte Muster und Abläufe haben.

Auch unser religiöses Leben ist davon nicht frei. Wir sind etablierte und routinierte Christen. Wir wissen, was wichtig und notwendig ist, was unbedingt erhalten bleiben muss oder nicht, damit es weitergeht. Unsere Frömmigkeit gründet auf einer festgelegten religiösen Praxis, die sich vielleicht schon seit Jahren bewährt hat. Wir scheuen uns, dieses feste Gebäude anzufassen und zu verändern, weil es Kraft und Mühe kostet und das Resultat ist ungewiss. Es könnte nach Hinten ausgehen. Advent sollte anders sein. Advent gibt eine Gelegenheit die Routine durchzubrechen, das Gewohnte zu verlassen, das Neue zu wagen.

Gott macht uns das in seiner Menschwerdung vor. Er verlässt seine etablierte, routinierte und gewohnte Existenz, um Mensch zu werden. Es kostet sicherlich Kraft und Überwindung. Es beinhaltet vielleicht Gefahren (was passiert , wenn es falsch läuft?). Es könnte außer Kontrolle geraten. Wird seine Menschwerdung nicht seiner Göttlichkeit schaden? Gott lässt sich auf das Abenteuer ein. Er wird Mensch und mit seiner Menschwerdung zeigt er, dass man keine Angst zu haben braucht.

Das Neue, die Veränderung kostet tatsächlich Mühe und Kraft, oft auch Überwindung und sehr viel Aufwand es zu gestalten. Aber gleichzeitig beinhaltet es auch ungeahnte Möglichkeiten neue Aspekte und Blickwinkel für die Betrachtung des eigenen Glaubens zu entdecken. Routine und Gewohnheit im Alltag sind hilfreich, wenn sie uns den Rücken frei halten für Experimente.

Der Erkundungsprozess in unserem Bistum und in unserer Gemeinde ist so ein Experiment. Es ist wie das Adventsexperiment Gottes mit der Menschwerdung. Man muss es eingehen mit Neugier und Offenheit, mit einer Dosis Spannung und ohne Angst. Dann entdeckt man auf einmal, dass das Neue zwar anders, aber auch voll Leben ist. Gott wird uns schon den richtigen Weg zeigen. Ich wünsche Ihnen eine spannungsvolle Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Ihr Pfarrer
P. Sławomir Rakus SVD

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