Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde,

st antonius pfarrer

das Jahr 2021 ist gerade zwei Wochen alt. Der Winter ist, auf eine seit Jahren ungewohnte Weise, mit Schnee und Frost in Dresden angekommen. Auch in der Gesellschaft scheint alles im Griff der Pandemie erstarrt zu sein.

Alle Menschen sind ermüdet in dieser ungewöhnlichen Situation. Wir alle verlieren langsam die Geduld und sehnen uns nach der Normalität. Immer wieder stellt sich die Frage: Wie lange noch?

Was ist notwendig in dieser Ausnahmesituation für uns Christen? Wie kann man ein Minimum an Gemeindeleben erhalten? Es gibt sehr viele kreative Initiativen und Aktionen (z.B. die Sternsingeraktion), die deutlich machen, dass vieles auch anders machbar ist. Vieles hätten wir ohne diesen Ausnahmezustand niemals versucht oder ausprobiert. Es werden Kräfte mobilisiert und eingesetzt, die vorher sehr oft gar nicht beachtet waren. Und doch merken wir, dass alle die neuen technischen Mittel und Ideen nicht in der Lage sind, die persönliche Begegnung mit dem Mitmenschen zu ersetzen.

Also, wie lange noch, und vor allem, wie wird es danach? Kehren wir zu einer Normalität zurück, wie in der Zeit vor der Pandemie? Oder wird die Zeit der Pandemie Spuren hinterlassen? Wenn ja, was wird anders sein? Welche neuen Erfahrungen setzen sich durch? Welche neuen Formen der Religiosität und der Frömmigkeit werden erstehen und das Alte ersetzen? Es gibt Behauptungen, dass die Pandemie Prozesse und Entwicklungen in der Gesellschaft und in der Kirche beschleunigt hat, die vielleicht später ohnehin gekommen wären. Erstaunlicherweise vermag niemand zu sagen, wie die Zukunft aussehen wird. Es fehlt eine prophetische Vision über die Zukunft der Gesellschaft und der Kirche.

Auch die, die spüren und ahnen, dass radikale Veränderungen notwendig sind, schweigen angesichts der gewaltigen Arbeit, die notwendig wäre, um etwas zu verändern. Es herrschen also eine allgemeine Unsicherheit und das Warten. Mir geht es genauso wie vielen anderen in dieser Situation. In den Gesprächen mit den Gemeindemitgliedern wird mir immer wieder bewusst, dass ich vielen Erwartungen nicht gerecht werden kann. Dass ich selbst verunsichert bin und auf der Suche nach Orientierung oft nicht behilflich sein kann. Dass meine von vielen gefühlte Abwesenheit auch durch die technischen Mittel oft nicht überwunden werden kann. Dass ich in dieser Situation meine Aufgabe als Seelsorger nur schlecht oder unzureichend erfüllen kann.

Um daran nicht zu verzweifeln, habe ich in dieser Situation eine Lösung für mich gefunden. Ich versuche meine persönliche Beziehung zu Jesus Christus zu vertiefen, sie zu erneuern, sie lebendiger zu machen. Gott ist immer und überall für mich da. Ich kann auch allein in der Einsamkeit meiner Kammer mit ihm in Kontakt treten. Ich kann damit meinen Glauben und meine Beziehung zu Gott neu ausrichten, stärker machen. Das ist das Fundament, auf dem alles neu erstehen kann und nach meiner Überzeugung neu erstehen wird. Das ist für mich die Herausforderung der heutigen Zeit, das ist die Chance, die die Pandemie uns gibt, das ist unsere Aufgabe für jetzt. Nutzen wir sie.

Liebe Schwestern und Brüder, ich bin überzeugt, dass alle, die in dieser Zeit im Glauben Halt gesucht haben, darin Stärkung und Erneuerung finden. Ich wünsche Euch und Ihnen für die kommenden Wochen und Monate Gesundheit, Optimismus und Gottes reichen Segen.

Ihr Pfarrer

P. Sławomir Rakus SVD

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