Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde,

st antonius pfarrer

zugegeben, ich habe mich ziemlich lange nicht mehr gemeldet. Schon oft habe ich es erwähnt, dass ich nicht der Mann des geschriebenen Wortes bin. Also habe ich in den letzten Tagen, vor dem Abgabetermin des Grußwortes für den Pfarrbrief und die Homepage, immer wieder eine Ausrede für mich gefunden (wie die vom König eingeladenen Gäste aus dem Evangelium vom 28. Sonntag im Jahreskreis), um mich nicht an den Schreibtisch setzen und schreiben zu müssen.

Es war auch nicht schwierig, eine gewichtige Ausrede zu finden, denn ich kann nicht klagen, unterbeschäftigt zu sein. Wenn man bedenkt, wieviel Zeit seit meinem letzten Beitrag vergangen ist, könnte man denken, dass in meinem Leben oder auch in der Gemeinde eine Stagnation herrscht. Vielleicht gibt es nichts zu berichten? Der Schein trügt. Das herbstliche Wetter vermittelt zwar den Eindruck, dass die Natur erstarrt und zur Ruhe kommt, aber wir Menschen können die Untätigkeit, die Ruhe und die Stille gar nicht ertragen. Die herbstliche Zeit ist voll von Inhalten, von Gedanken und Impulsen.

In den Mittelpunkt der heutigen Betrachtung möchte ich den Sonntag der Weltmission (den 25.Oktober) stellen. Die Mission (Sendung) ist das Gegenteil von Stagnation und Untätigkeit. Die Mission, das ist ständige Bewegung, Anpassung, Dialog und Dynamik. Die Mission hat ihren Ursprung in der liebenden Beziehung der Personen der Dreifaltigkeit, aus der die ganze Schöpfung hervorgeht. Die Mission bekommt ihre praktische Dimension in der Sendung Jesu Christi. Seine Nachfolger, die am Pfingsttag ihre Angst überwinden und auf die Straßen gehen, um die Auferstehung zu predigen, sind die Träger dieser Sendung.

Deshalb gehört die Mission zum Wesen der Kirche, ohne Mission kann es keine Kirche geben. Aber nicht nur durch das Wort und die Predigt, sie sind Gesandte auch durch das Zeugnis des Glaubens, allein durch ihre Anwesenheit. Lange Zeit haben die Christen die Mission geografisch verstanden. Die Sendung bedeutete für viele eine Bewegung aus dem (christlichen) Europa in die anderen Erdteile, um alle Menschen zu Jüngern Jesu zu machen. Dieses Verständnis der Mission brachte vielen Menschen nicht nur die frohe Botschaft, sondern auch viel Leid und Unheil. Das II. Vatikanische Konzil erkannte die Probleme, erweiterte und ergänzte das alte Missionsverständnis und konzentrierte sich dabei weniger auf die geografische Bewegung, sondern betonte die Mission als Glaubensverkündigung und Glaubenszeugnis, die eine Aufgabe jedes getauften Christen sind.

Damit hat die Mission keine zeitliche und keine räumliche Einschränkung, solange es Getaufte gibt und solange es Kirche gibt, so lange gibt es Mission. Jedes Jahr am Sonntag der Weltmission werden wir an diese Aufgabe erinnert, sie wird uns bewusst gemacht und wir werden noch einmal und immer wieder gesandt, seine Zeugen in der Welt von heute zu sein, gemäß der Selbstverpflichtung, die wir im dritten Teil unseres biblisch begründeten Auftrags formuliert haben: “Wir tragen seine Botschaft zu den Menschen.“

Ihr Pfarrer P. Sławomir Rakus SVD

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