Liebe Schwestern und Brüder,

st antonius pfarrer

ich sitze heute (24.6.2019 – am Festtag des Hl. Johannes des Täufers) an meinem Computer und denke darüber nach, wie schnell die Zeit vergeht. Nach unserem Patronatsfest vor einer Woche und vor allen nach dem gestrigen Abschied von P. Sylwester Wydra in Cotta ist mir bewusst geworden, dass auch ich inzwischen das sechste Jahr meiner Tätigkeit in Dresden abgeschlossen habe und das siebte Jahr (offiziell am 1.7.) anfangen werde. Ist es die Zeit eine Bilanz (oder eine Zwischenbilanz) zu ziehen?

Wir Steyler sind es gewohnt, in den dreijährigen Perioden zu denken und zu planen, denn das sind die Zeitspannen, für die wir unsere Oberen wählen. Mit dem Wechsel der Oberen, ändert sich für viele Mitbrüder (wenn nichts Außergewöhnliches passiert) auch ihre Wirkungsstätte und man kann versetzt werden. Alles deutet also darauf hin, dass ich noch die nächsten drei Jahre in Dresden bleiben werde. In den vergangenen sechs Jahren ist sehr viel passiert und es hat sich sehr viel verändert. Aus der Perspektive eines Pfarrers in Löbtau und Freital vor sechs Jahren ist es für mich vor ziemlich genau einem Jahr eine VG-Perspektive geworden.

Das erweitert nicht nur den Blick, es bringt auch viele Herausforderungen mit sich. Im letzten Jahr der Vorbereitung auf die Neugründung der Pfarrei aus den bestehenden jetzigen 4 Pfarreien, darf auf der einen Seite der Blick fürs Ganze, das Gemeinsame und Verbindende, nicht fehlen. Auf der anderen Seite bleibt es weiterhin wichtig, die Lokalgemeinden zu stärken, um das christliche Leben vor Ort in den jeweiligen Stadtteilen zu ermöglichen („so viel vor Ort wie möglich, so viel übergreifend wie nötig“, Bf. Timmerevers). Es ist ein Spagat, der noch nicht immer gelingt. Mir wird immer wieder deutlich, dass die Erwartungen der Gläubigen und die Möglichkeiten noch weit auseinander liegen, dass das Wunschdenken und die Realität nicht deckungsgleich sind.

Es muss noch so vieles geschehen im Team der Hauptamtlichen, in den verschiedenen Gremien in den Gemeinden, bei den vielen Ehrenamtlichen, die sich in den Gemeinden engagieren und besorgt in die Zukunft blicken. Wir müssen Alle (ich wahrscheinlich am meisten) noch so viel im Bezug auf Kommunikation, Gespräche miteinander, Respekt und gegenseitige Hilfe lernen. Dazu brauchen wir Geduld und einen langen Atem. Zugegeben ich tue mich schwer mit der Geduld.

Aber uns steht der Sommer bevor. Es ist Ferienzeit und Urlaubszeit. Zeit zum Nachdenken und die Seele baumeln zu lassen. Zeit die Kräfte zu sammeln und aufzutanken. Wir feiern noch die Patronatsfeste in St. Petrus (am Samstag, den 29.6.) und in St. Paulus (am Sonntag, den 30.6), dann die Religiöse Kinderwoche und dann fahren viele weg. Das tut gut und ist notwendig, weil es uns erlaubt Distanz zu gewinnen, Neues zu sehen, neue Bekanntschaften zu machen und mit regenerierten Kräften zurückzukommen. Dann kann man wieder anpacken und Schritt für Schritt den Alltag meistern. Das ist für mich der Sinn der Sommerferien und ich wünsche Ihnen/Euch allen wunderbare Erfahrungen in dieser Zeit und freue mich auf das Wiedersehen in aller Frische nach dem Sommer.

Ihr Pfarrer
P. Sławomir Rakus SVD

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